In Glarus soll Papier­losigkeit obligatorisch werden

16. Juni 2021, 10:10
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Glarus hoch3 soll in die kantonale IT integriert werden. Für Digitalisierungs­vorhaben schafft Glarus neue Stellen und will Projekte fördern.

Mit der Vorlage zur Förderung der Digitalisierung gehen ein neues Gesetz über die digitale Verwaltung sowie ein Rahmenkredit für die Förderung von Digitalisierungsprojekten in die Vernehmlassung. Dies teilt der Glarner Regierungsrat nach seiner Sitzung mit.
Die Vorlage zeige auf, wie mehrere strategische Ziele der Legislaturplanung sowie der Digitalisierungsstrategie umgesetzt werden können, heisst es in der Mitteilung.
Zu den Zielen gehören demnach die Digitalisierung der kantonalen Verwaltung, die Zusammenführung der Informatikstrukturen von Kanton und Gemeinden sowie die Förderung der digitalen Transformation.
Zu den Vorhaben gehört ein Behördenportal. Dieses soll auf dem bereits vorgestellten E-Government-Portal, "Front-Office", basieren. Das Behördenportal soll der Kommunikation zwischen Privatpersonen, Unternehmen und Behörden sowie auch von Behörden untereinander dienen.
Das Gesetz sieht hier ein Obligatorium vor. Behörden, Unternehmen sowie Private, die mit den Behörden beruflich verkehren, müssen den digitalen Kanal benutzen. Auch in den Behörden soll grundsätzlich papierlos gearbeitet werden; Verwaltungsprozesse sollen digital abgewickelt werden, geht aus der Mitteilung hervor.

Glarus hoch3 wird in Kantonsinformatik integriert

Damit die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden optimal ausgelegt werden könne, schlägt die Vorlage die organisatorische Zusammenführung der bisherigen Dienstleistungserbringer vor. Dies hatte auch schon die Landsgemeinde 2016 gefordert.  Der IT-Dienstleister der Gemeinden, Glarus hoch3, soll in die kantonale Informatikabteilung integriert werden. 
Der Bezug der Leistungen und die Mitsprache der Gemeinden werde durch eine Leistungsvereinbarung und im Gesetz über die digitale Verwaltung sichergestellt, heisst es in der Mitteilung.

Neue Stellen werden geschaffen

Durch die Integration von Glarus hoch3 soll es nicht zu einem Stellenabbau kommen. Sämtliche 6,2 Vollzeitstellen sowie 1 Lehrstelle von Glarus hoch3 würden durch die IT-Abteilung des Kantons übernommen. Damit steige der Personalbestand von bisher 8 auf 14,2 Vollzeitstellen.
Die Umsetzung des Behördenportals erfordere zudem zwei IT-Projektleiter sowie einen Applikationsmanager. Daneben soll eine Vollzeitstelle für die Fachstelle Digitale Verwaltung geschaffen werden. Diese werde die organisatorischen Veränderungen koordinieren.
Insgesamt rechnet der Kanton für den 1. Ausbauschritt der Digitalisierungsstrategie mit einem einmaligen Aufwand von knapp 5 Millionen Franken sowie wiederkehrenden Kosten von 885'000 Franken.
Die Rechnung setzt sich zusammen aus knapp 2 Millionen Franken für die Beschaffung des Behördenportals. Hinzu kommt der Mehraufwand für die zusätzlichen Stellen sowie die Beschaffung weiterer Dienstleistungen. Zur Förderung der digitalen Transformation über privatwirtschaftliche Projekte soll ein Rahmenkredit von 2 Millionen Franken bereitgestellt werden.
Die Vorlage geht nun in die Vernehmlassung, bevor sie der Landrat zuhanden der Landsgemeinde 2022 behandelt.

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