"Glasfaser-Wettrennen": Eine Chance für ISPs?

13. März 2009, 17:27
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St. Galler Provider setzt auf KMU-Services auf dem künftigen städtischen Glasfasernetz.

St. Galler Provider setzt auf KMU-Services auf dem künftigen städtischen Glasfasernetz.
Der St. Galler Internet Service Provider (ISP) mhs @ internet will "spätestens ab dem dritten Quartal 2009" neue Angebote auf Basis des städtischen Glasfasernetzes anbieten. Der kleine Provider (20 Mitarbeitende) hat per Anfang Monat ein weiteres Rechenzentrum in St. Gallen in Betrieb genommen, das direkt neben dem Hauptverteiler des St. Galler EWs liegt und so sehr günstig an das künftige städtische Glasfasernetz angebunden werden kann.
Wie mhs-Gründer Matthias Hertzog im Gespräch mit inside-channels.ch sagte, wird der Provider vor allem KMU ansprechen, die ihre "RZ in der Besenkammer" ablösen wollen. So wird mhs "managed Security" (Firewall, Spamfilter, etc.) und vituelle LANs anbieten. Hertzog plant, dafür virtualisierte Firewalls und Router einzusetzen. Interessant dürfte das Angebot auch für Betriebe mit mehreren Standorten in St. Gallen sein.
Preiszerfall gefährlich für unabhängige ISPs
Eher skeptisch betrachtet Ramon Amat von unserem Hosting-Partner CyberLink die Anstrengungen regionaler EWs, eigene Hochgeschwindigkeits-Netzwerke aufzuziehen. Amat: "Für einen lokalen Provider wie mhs ist ein städtisches Glasfasernetz eine interessante Chance. Es stärkt seine Position." Doch für einen Provider wie CyberLink, der schweizweit tätig ist, könnte es sehr schwierig werden, mit verschiedenen, lokalen Playern zu verhandeln und separate Verträge abzuschliessen. Zudem bietet CyberLink bereits heute Dienste wie virtuelle LANs zwischen verschiedenen Niederlassungen von Firmen. Amat: "Wir werden neue Dienstleistungen entwickeln, müssen aber gleichzeitig aufpassen, uns nicht zu verzetteln."
Sorgen macht ihm ausserdem der absehbare Preiszerfall bei Internet-Dienstleistungen, der durch den Wettbewerb zwischen der reichen Swisscom und den ebenso kapitalkräftigen, staatlichen Elektrizitätswerken angestossen wird. Zudem kritisiert Amat, dass das EWZ Hausbesitzer, die ihre Gebäude an das EWZ-Netz anschliessen wollen, für 20 Jahre an sich bindet und die Glasfasern auf eigene Kosten bis in die einzelnen Wohnungen legen will. "Das Swisscom-Modell ist in diesem Zusammenhang weniger diskriminierend", so Amat. (Christoph Hugenschmidt)

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