Glasfasern bald für Heimnetzwerke tauglich?

30. Juli 2007, 05:36
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"Optische Kabel hundertfach biegsamer als bisher"

"Optische Kabel hundertfach biegsamer als bisher"
Glasfaserkabel sind bisher wesentlich weniger flexibel, als das ihr Name eigentlich andeutet, was für ihren Einsatz einige Grenzen setzt. Das US-Unternehmen Corning hat nun aber die Entwicklung einer neuen Glasfaser bekannt gegeben, die die hundertfache Biegungsbelastung als bisher verwendete Lichtwellenleiter aushält. Damit soll eines der Hauptprobleme für die Verwendung der Glasfasertechnik bei Heimnetzwerken aus dem Weg geräumt sein. "Unsere neue Technologie verändert die Spielregeln der Glasfasertechnik bei Telekommunikationsanwendungen", sagt dazu Corning-COO Peter Volanakis. "Unser neues optisches Kabel ist ebenso robust wie ein Kupferkabel, bringt jedoch alle Bandbreitenvorteile von Glasfaser mit."
Die Verbesserung der Belastbarkeit wurde durch ein "nanoStructures" genanntes Design erreicht. Damit lassen sich gemäss Corning die Kabel eng anliegend um Ecken herumführen, ohne dass dabei, wie bei den heute üblichen Kabeln, ein Signalverlust entsteht. Die neuen strapazierfähigen, optischen Kabel sollen in Privathaushalten zum Einsatz kommen und so die Bandbreiten für datenintensive Applikationen liefern, so Volanakis.
Giorgio Friedrich, CTO beim Schweizer Glasfaser-Steckerhersteller Reichle & De-Massari ist allerdings vorsichtig skeptisch. "Leider gibt es noch keine verlässlichen Langzeitbeobachtungsdaten, die belegen würden, dass die Kabel tatsächlich so robust sind", meint er im Gespräch mit 'pressetext'.
Bei Glasfaserkabeln gibt es mehrere Faktoren, die die Lebensdauer (von theoretischerweise 120-150 Jahre) verkürzen können. "Zum einen sind dies Umwelteinflüsse wie beispielsweise Feuchtigkeit, zum anderen Risse in der Glasfaseroberfläche durch Biegung und Torsion", erklärt Friedrich. Umwelteinflüsse kann man mit sehr guter Isolierung in den Griff bekommen. Die Biegung, die beim Verlegen nicht zu verhindern ist, ist verantwortlich für die Oberflächenrisse. Somit muss die Oberfläche des Glaszylinders so beschaffen sein, dass möglichst keine "MicroCracks" entstehen.
Der Ansatz der Glasfaserhersteller ist es, die Oberfläche der Faser so zu schützen, dass ihr Umwelteinflüsse sowie mechanische Beanspruchung weniger zusetzen. "Es geht darum, die Glasfaser durch die äußerste Schicht - Aufbau und Material - bestmöglich zu schützen, sodass auch Biegung und Torsion besser ausgehalten und die Rissbildung minimiert wird", sagt Friedrich. Die Ansätze der Hersteller seien dabei äußerst unterschiedlich und natürlich ein wohl gehütetes Betriebsgeheimnis. (pte))

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