Glasfasernetz: Stadt Bern liebäugelt mit Swisscom

11. Februar 2009, 16:47
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Zwar ist noch nichts definitiv entschieden, doch in Bern kann man sich bei der Erschliessung der Haushalte mit Glasfasern eine Kooperation mit Swisscom gut vorstellen. Gleichzeitig hat der Swisscom-Konkurrent Sunrise bereits zugesichert, als Wiederverkäufer aufzutreten.

Zwar ist noch nichts definitiv entschieden, doch in Bern kann man sich bei der Erschliessung der Haushalte mit Glasfasern eine Kooperation mit Swisscom gut vorstellen. Gleichzeitig hat der Swisscom-Konkurrent Sunrise bereits zugesichert, als Wiederverkäufer aufzutreten.
In der Bundeshauptstadt zeichnet sich in Sachen Glasfasernetz eine Kooperation des Stadtwerks EWB (Energie Wasser Bern) mit Swisscom ab. EWB teilte heute zwar mit, dass man mit den zwei Providern Sunrise und Finecom einen Vertrag für die Glasfaser-Erschliessung in Bern unterzeichnet habe. Gleichzeitig lässt Peter Zbinden, Leiter Telekommunikation bei EWB, im Gespräch mit inside-it.ch durchblicken, dass man ein sogenanntes Zweifasermodell bevorzugen würde. Man betont jedoch, dass noch nichts entschieden ist.
Dabei hätte Swisscom eine Faser exklusiv für sich, während Sunrise und Finecom (und später eventuell auch Orange und andere Provider) als Wiederverkäufer auftreten (Wholesale). Swisscom meint, der Zugriff auf eine eigene Faser sei wichtig, um das Management in der eigenen Hand zu haben. So könne man flexibler Angebote gestalten. Sunrise und die anderen Provider haben im Rahmen des Verbands Openaxs allerdings wesentlich mehr Spielraum beim Gestalten von Angeboten als sie bei der jetzigen Kupfertechnologie hatten (bis zur Entbündelung nämlich fast gar keinen).
In vielen Schweizer Städten werden zurzeit Glasfaserleitungen bis in die Haushalte gezogen (Fibre-to-the-Home, FTTH). Mit der neuen Technologie sind Angebote wie hochauflösendes Fernsehen oder ultraschnelles Internet möglich. Hierzulande haben nur der ehemalige Telekom-Monopolist Swisscom und Energieversorgungsunternehmen (EVU) wie EWB die Mittel, solche Netze bis in die Wohnungen zu ziehen. Da es volkswirtschaftlich keinen Sinn macht, in jeder Stadt zwei parallele Netze zu bauen, werden Kooperationen angestrebt. Swisscom möchte aber jeweils eine einzelne Glasfaser für sich.
Wieviel bezahlt Swisscom?
In Bern werde man laut Zbinden erst nach dem Pilotbetrieb entscheiden, welches Modell das richtige ist. Der Testbetrieb wird im März beginnen und ab Mitte 2009 soll es erste Angebote geben. EWB wird wie alle anderen EVUs nicht selber am Markt auftreten.
Das ganze Projekt dürfte laut Schätzungen um die 200 Millionen Franken kosten. In Bern muss im Unterschied zu Zürich nicht über den Kredit abgestimmt werden. Wie viel Swisscom für eine eigene Faser zu zahlen bereit ist, ist nicht bekannt. In Zürich hat Swisscom 120 Millionen Franken geboten – erfolglos. In Basel scheint das 58-Millionen-Franken-Angebot hingegen doch ein gewisses Interesse geweckt zu haben. (Maurizio Minetti)

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