Glasfasernetze: Swisscoms Alleingang in Zug

28. April 2011, 15:03
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Wasserwerke Zug - auch ein Kabelnetzbetreiber - will zumindest vorerst nicht mit Swisscom kooperieren.

Wasserwerke Zug - auch ein Kabelnetzbetreiber - will zumindest vorerst nicht mit Swisscom kooperieren. So sehen die Schweizer Glasfaser-Aktivitäten aus Sicht von Swisscom aus.
Die Wasserwerke Zug (WWZ) wollen kein Glasfasernetz bis in die Haushalte zusammen mit Swisscom bauen. Dies ist zumindest der aktuelle Stand. Zwar laufen noch Gespräche über ein mögliches abgestimmtes Vorgehen, wie Swisscom-Sprecher Olaf Schulze zu inside-it.ch sagt, doch Swisscom hat heute schon konkrete Pläne bekannt gegeben: Bereits diese Woche sollen die ersten Hauseigentümer kontaktiert werden, der Spatenstich erfolge im Sommer. Gestartet wird der Ausbau in den Ortsteilen Oberwil und Räbmatt, sowie im Quartier Lüssirain. Wie viel der Bau des flächendeckenden Netzes kostet, gab Swisscom nicht bekannt.
In den kommenden drei Jahren werden laut Swisscom Glasfaserkabel bis in die rund 13'000 Zuger Wohnungen und 3'400 Geschäfte verlegt. Die ersten Zugerinnen und Zuger sollen die Glasfaserangebote von Swisscom ab 2012 nutzen können. Swisscom verlegt pro Wohnung und Geschäft wie üblich mindestens vier Glasfasern.
Dass die WWZ künftig doch noch mit Swisscom kooperieren werden, scheint eher unwahrscheinlich angesichts der Tatsache, dass die Wasserwerke über ein TV-Kabelnetz verfügen. Solche Netze basieren bekanntlich auf Glasfasern. Bislang ist erst eine einzige Kooperation zwischen einem Kabelnetzbetreiber und Swisscom beim Bau von Glasfasernetzen bekannt: jene in Lausanne. Bei den WWZ war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Swisscom hat heute auch die aktuelle "Glasfaserkarte" (siehe Abbildung) veröffentlicht. Das Telekom-Unternehmen baut derzeit in 23 Städten, Gemeinden und Kantonen Glasfaser bis in die Haushalte und Wohnungen, in neun Orten mit einem Kooperationspartner: Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne, Luzern, Pfyn, St. Gallen und Zürich. Allein baut Swisscom in Bellinzona, Biel, Ebikon, Erlenbach, Köniz, Küsnacht, Lugano, Sion, Solothurn, Thusis, Uster, Weinfelden, Winterthur und Zug.
Zudem führt Swisscom nach eigenen Angaben mit über hundert Gemeinden, Regionen, Kantonen und Energieversorgungsunternehmen Gespräche, mit über dreissig davon in fortgeschrittenem Stadium. (Maurizio Minetti)

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