Gliedert Deutsche Telekom ihre US-Tochter aus?

5. Februar 2010, 16:22
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Um verärgerte Aktionäre zu besänftigen, denkt die Deutsche Telekom offenbar darüber nach, ihre US-Tochter T-Mobile USA, der viertgrösste Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten, abzuspalten oder an die Börse zu bringen.

Um verärgerte Aktionäre zu besänftigen, denkt die Deutsche Telekom offenbar darüber nach, ihre US-Tochter T-Mobile USA, der viertgrösste Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten, abzuspalten oder an die Börse zu bringen. Wie das Wall Street Journal heute unter Berufung auf informierte Unternehmenskreise berichtet, sollen zu diesem Zweck bereits erste Gespräche mit Banken über eine mögliche Platzierung geführt worden sein. Mit von der Partie soll auch die Deutsche Bank sein. Selbst ein Merger mit einem US-Rivalen ist denkbar.
Netzausbau nötig
"Ein IPO wäre wohl die Lieblingsvariante der Anleger, allen voran der Beteiligungsgesellschaft Blackstone. Fakt ist auch, dass der Status Quo keine Lösung darstellt. Druck vom deutschen Staat, der immerhin 30 Prozent an der Telekom hält, wird es nicht geben", sagt Merck-Finck-Analyst Theo Kitz auf Nachfrage von Pressetext. Gemäss dem Branchenkenner liegt das Hauptproblem des Konzerns darin, keinen Wachstumstreiber mehr zu haben. "Zwar könnte man den dringend notwendigen Netzwerkausbau finanziell alleine stemmen. Ohne den Gewinn hierbei zu belasten, wäre dies jedoch kaum möglich. Aus diesem Grund benötigt man langfristig einen Partner", meint Kitz.
Ob der Plan für den Konzern aufgeht und das einst als "Volksaktie" hochstilisierte Papier mit diesem Schritt seine Talfahrt beenden kann, bleibt abzuwarten. Die US-Tochtergesellschaft wird in Branchenkreisen immer wieder als grosses Sorgenkind des Konzerns genannt. Allein im dritten Quartal kehrten dem Unternehmen rund 77'000 Kunden den Rücken. Die unzureichende Netzabdeckung belastet stark. Um das anhaltende Abwandern zu Konkurrenten zu vermeiden, wurden Milliarden investiert.
Weitere Marktanteile sichern
Dennoch halten Branchenbeobachter die kurzfristige Erholung der US-Tochterfirma für unwahrscheinlich. Trotz gigantischer Werbekampagnen für Google-Handys verliert T-Mobile USA zusehends den Anschluss. Mit rund 33 Millionen Kunden und Jahreserlösen von gut 19 Millionen Dollar erreicht man gerade einmal einen Marktanteil von 14 Prozent und bleibt hinter AT&T, Verizon und Sprint Nextel zurück. Obwohl T-Mobile USA bereits 2001 den Mobilfunkanbieter VoiceStream Wireless für total über 50 Milliarden Dollar gekauft hatte, scheint der benötigte Infrastrukturausbau ohne neue Partner nicht zielführend. Sogar die Übernahme der Nummer drei, Sprint Nextel, wurde diskutiert.
"Obwohl eine Übernahme von Sprint Nextel wichtige Marktanteile für die Telekom bringen würde und man dann auf gleicher Augenhöhe mit Verizon und AT&T stünde, wäre sie sehr riskant. Denn Sprint Nextel hat bereits Probleme mit zwei Mobilfunk-Standards", meint Kitz im Pressetext-Gespräch. Unterdessen wird auch darüber spekuliert, dass die Telekom einen Anteil von 20 Prozent verkaufen könnte und den Rest behält. Ob sich die Verantwortlichen des deutschen Telekommunikationsriesen jedoch für diese Lösung entscheiden, bleibt vorerst abzuwarten. (pte/bt)

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