Globaler Servermarkt im Hoch

10. September 2020, 07:30
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Cloud und Corona fachen die Nachfrage an, sagt IDC. Aber nicht in jedem Segment

Laut Zahlen des Marktforschungsunternehmen IDC sind im zweiten Quartal dieses Jahres weltweit Server im Wert von 24 Milliarden Dollar verkauft worden. Dies entspricht einem Anstieg um knapp 20% gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr. Die Anzahl der verkauften Server stieg um 18,4% auf 3,2 Millionen.
Gemäss IDC wuchs der Umsatz mit Standard-Servern, die in hohen Stückzahlen verkauft werden. Der Umsatz der Hersteller mit solchen Servern wuchs um 22,1% auf 18,7 Milliarden Dollar.
Flaute herrschte dagegen im Midrange-Bereich, wo der Umsatz um 0,4% auf 3,3 Milliarden Dollar sank, während sich die Anbieter von High-end-Servern über einen Umsatzanstieg von 44,1% auf 1,9 Milliarden Dollar freuen konnten.
Ob der IT-Channel aber auch von dieser Nachfragesteigerung profitieren konnte, ist fraglich. Dies erklärt der IDC-Analyst Paul Maguranis:t. Treiber der Server-Nachfrage waren vor allem die grossen Cloud-Anbieter sowie Grosskonzerne, die ihre Infrastruktur an verstärkte Belastungen während der Coronakrise angepasst haben. Diese Unternehmen werden aber in der Regel von den Herstellern direkt beliefert.
Die Rangliste der Hersteller wird etwas kompliziert durch die beiden Joint Ventures von HPE und der New H3C Group sowie von IBM und Inspur.
HPE und New H3C Group liegen laut IDC mit 14,9% Marktanteil zusammengenommen knapp vor Dell mit 13,9%. Der Unterschied liege aber innerhalb der statistischen Unschärfe und das Resultat entspreche deshalb einem Unentschieden.
Auf dem dritten Platz folgen Inspur und Inspur Power Systems mit zusammengenommen 10,5% Marktanteil. Lenovo und IBM erreichten je rund 6% Marktanteil.
Interessanterweise ist allerdings der Serverumsatz der beiden Spitzenreiter gefallen. Der Umsatz von HPE/New H3C sank um 1,8%, der Umsatz von Dell sogar um 12,1%.
Lenovo legte dagegen um 21% zu und IBM um 22%. Die grössten Aufsteiger waren aber Inspur und Inspur Power Systems mit einem Zuwachs von satten 77% sowie die asiatischen ODM-Fabrikanten, die Geräte direkt an Endkunden liefern. Der Umsatz der Letztgenannten stieg um 63,4%, und zusammengenommen erreichten sie laut IDC 28,8% Marktanteil.

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