Götterdämmerung bei Microsoft

13. November 2012, 09:52
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Windows-Chef Steven Sinofsky wird nicht künftiger CEO von Microsoft - der Microsoft-Veteran ist per sofort weg. Offenbar stimmte die Chemie mit CEO Steve Ballmer nicht mehr. Vom neuen Windows-Führungsduo erwartet Ballmer mehr Kooperationswillen.

Windows-Chef Steven Sinofsky wird nicht künftiger CEO von Microsoft - der Microsoft-Veteran ist per sofort weg. Offenbar stimmte die Chemie mit CEO Steve Ballmer nicht mehr. Vom neuen Windows-Führungsduo erwartet Ballmer mehr Kooperationswillen.
Erst vor wenigen Wochen hat Microsoft mit Windows 8 sein brandneues Betriebssystem lanciert. Nun geht der zuständige Manager von Bord: Microsoft hat gestern Abend den sofortigen Rücktritt von Steven Sinofsky (Foto links) bekannt gegeben. Sinofsky arbeitete seit über zwei Jahrzehnten bei Microsoft und leitete beim Redmonder Softwarehersteller seit 2006 die Windows-Sparte. Er wurde immer wieder als möglicher Nachfolger von CEO Steve Ballmer gehandelt.
Zwei Frauen übernehmen nun seine Nachfolge. Julie Larson-Green (Foto Mitte) ist für das Engineering der Windows-Software sowie der dazugehörigen Hardware zuständig. Tami Reller (Foto rechts) ist für das "Business" von Windows zuständig, wie Microsoft in einer Mitteilung schreibt. Sie wird also fürs Geschäftliche verantwortlich sein, während Larson-Green die Entwicklung des Betriebssystems vorantreiben soll. Tami Reller bleibt weiterhin auch Finanzchefin und Marketingchefin. Beide berichten an CEO Steve Ballmer.
Silo-Denken unerwünscht
Sinofskys Weggang sei nicht überraschend, schreibt Microsoft-Kenner Jay Greene in einem Blogeintrag auf 'CNET'. Schon lange habe die Chemie zwischen ihm und CEO Ballmer nicht mehr gestimmt. Es ging offenbar darum, dass Sinofsky nach Meinung von Ballmer zu wenig mit anderen Divisionen innerhalb von Microsoft kooperierte. Eine verstärke Zusammenarbeit macht angesichts der Tatsache, dass vom Smartphone über die Xbox bis zum Computer alles zusammenwächst, durchaus Sinn.
Auf 'ZDnet'.
Mary Jo Foley glaubt deshalb an die Theorie ihres Kollegen Jay Greene: Zwischen Sinofsky und einer Reihe von Managern stimmte es nicht mehr. An der Windows-Produkt-Strategie dürfte sich deshalb kurzfristig kaum etwas ändern. Der Zeitpunkt seines Weggangs sei denn auch nicht unüblich. Das neuste Windows sei nun auf dem Markt und es sei damit der beste Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze der Windows-Division.
Die Microsoft-Kennerin erinnert schliesslich daran, dass Steve Ballmer kürzlich dem 'Wall Street Journal' gesagt hatte, er bleibe an Bord, solang er für die Firma wertvoll sei und/oder kein besserer gefunden werde. Mit dem Weggang von Sinofsky ist einer dieser möglichen Kandidaten nun von der Bildfläche verschwunden. (mim)

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