Goldman Sachs schickt Mail an falsche Adresse - Google soll es ungeschehen machen (Update: Und Google lenkt ein)

3. Juli 2014, 08:51
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Bei der US-Investmentbank Goldman Sachs sind hochvertrauliche Kundendaten abhandengekommen.

Bei der US-Investmentbank Goldman Sachs sind hochvertrauliche Kundendaten abhandengekommen. Ein Mitarbeiter einer Vertragsfirma habe die Daten aus Versehen an eine falsche E-Mail-Adresse versandt, erklärte das Unternehmen in einer Klage, die am Freitag in New York eingereicht wurde.
An falsche Adresse verschickte Mails sind ein alltäglicher Lapsus, der schon vielen Unternehmen passiert ist. Die Klage dagegen ist ungewöhnlich. Mit der Klage will die mächtige Bank Google zwingen, das Mail zu löschen. So könne eine "unnötige und massive" Datenschutzverletzung verhindert werden. Die Bank verlangt zudem von Google Aufklärung, wer Zugriff auf die Daten gehabt haben könnte. Wie viele Kunden betroffen sind, war zunächst unklar.
Die Bank, beziehungsweise ein unglücklicher Mitarbeiter, scheint in die altbekannte Autovervollständigungs-Falle getappt zu sein. Goldman Sachs zufolge wollte er die Informationen an einen firmeneigenen Account mit der Domain gs.com schicken. Tatsächlich landete die Mail aber auf einem Google-Konto, das über gmail.com zu erreichen ist. Der Internetkonzern erklärte laut Goldman Sachs, dass er die Mail nur aufgrund eines Gerichtsbeschlusses löschen werde.
Update 3.7.2014: Inzwischen scheint Google aber seine Meinung geändert zu haben. "Google ist unserer Bitte nachgekommen, den Zugang zu der Mail zu blockieren", erklärte eine Goldman-Sprecherin in der Nacht auf heute. Google habe festgestellt, dass noch niemand auf das Mail zugeriffen habe und sei darum zum Schluss gekommen, dass eine Sperrung keine Verletzung des Datenschutzes darstelle. Google selbst hat sich noch nicht zu dem Vorgang geäussert. (sda/hjm)

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