Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft stellen KI zur Diskussion

29. September 2016, 10:22
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Die Tech-Giganten wollen Ethik, Privatsphäre und Interoperabilität öffentlich verhandeln.

Die Tech-Giganten wollen Ethik, Privatsphäre und Interoperabilität öffentlich verhandeln.
Im Alltag liefern sich die Tech-Giganten einen Konkurrenzkampf bei der Entwicklung von KI-Produkten und Services. Gleichzeitig wollen Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft zusammenarbeiten. Sie gründen die "Partnership on AI", ein Konsortium, in welchem sie Künstliche Intelligenz (KI) regelmässig diskutieren, gemeinsam erforschen und Best Practices veröffentlichen wollen.
Noch bevor die Gesetzgeber ernsthaft debattiert oder KI gar reguliert haben, wollen die Konzerne sich selbst regulieren. Im Fokus des neu gegründeten Konsortiums sind vier Themenkomplexe: Ethik und Fairness, Transparenz, Privatsphäre und Interoperabilität Mensch-KI sowie Vertrauen und Robustheit.
Das Konsortium will nicht unter sich ausmachen, wie die Zukunft der KI ethisch und gesellschaftlich aussieht. Man will auch Aktivisten, Non-Profit-Organisationen und Ethiker in den kommenden Wochen an Bord holen. Es ist angekündigt, dass Firmen und Nicht-Firmen je 50 Prozent der Mitgliedschaft bilden sollen. Und Forschungsresultate sollen ebenso wie Sitzungsprotokolle öffentlich zugänglich und nutzbar sein.
Unter den wichtigen Abwesenden befindet sich Apple, Twitter, Intel und der chinesische Suchgigant Baidu. Mindestens Apple könnte sich der Gruppe bald anschliessen.
Keine Lobbying-Plattform, sagen Tech-Giganten
Warum tun sich die Tech-Giganten, die ihre Datenberge mit KI in Gold verwandeln wollen, in diesem Konsortium zusammen? Nicht nur, um staatlichen Regulierungen vorzubeugen, darf man vermuten. Aber auch Lobbying steht nicht im Vordergrund. Man betont im Gegenteil gegenüber der 'BBC', man habe keinerlei entsprechende Absichten.
Die Partnership on AI will zum einen die Akzeptanz von KI in der Gesellschaft und bei den Datenlieferanten - uns allen - stärken. Aber ebenso im Zentrum könnten Ängste der Tech-Gläubigen vor ihren eigenen Entwicklungen stehen.
Die Konzerne sorgen sich nicht um all die Jobs, welche KI vernichten soll und wird. Viele KI- und Tech-Experten fürchten, mit ihrem eigenen Werk möglicherweise die negativen Seiten der Menschheit zu verstärken. Aus Angst vor autonomen Waffen forderten zum Beispiel vor einem Jahr über tausend Tech-Promis wie Elon Musk und Steve Wozniak gemeinsam mit Wissenschaftlern wie Stephen Hakwing und vielen führenden KI-Forschern, solche Waffen gleich zu verbieten. (Marcel Gamma)

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