Google Assistant wird zum Echtzeit-Dolmetscher

8. Januar 2020, 12:40
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Der Sprachassistent zählt 500 Millionen Nutzer weltweit. Bald soll er Webseiten vorlesen und etwa in Hotels als Echtzeit-Übersetzer agieren.

Google Assistant steckt in Lautsprechern, Smartphones und einer Vielzahl von weiteren Geräten. Mittlerweile zählt der Sprachassistent eine halbe Milliarde monatlich aktive Nutzer, wie das Unternehmen im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas mitteilte.
Gleichzeitig kündigte Google eine Reihe von Neuerungen um den Sprachassistenten an. Assistant werde bald in der Lage sein, Websites vorzulesen. Zudem können User die Inhalte zunächst übersetzen lassen und in einer anderen Sprache vorlesen lassen, erklärt der Produktverantwortliche David Kadouch. Das Unternehmen verspricht ausdrucksvolle und natürliche Stimmen, denen man "über einen längeren Zeitraum hinweg zuhören kann", wie es in einem Blogeintrag heisst. Die Funktion "Read it" sei in 42 Sprachen verfügbar, darunter auch Deutsch. Die Text-to-Speech-Funktion soll im Verlauf von 2020 für Android-Geräte verfügbar gemacht werden.
Bereits vor dem Jahreswechsel kündigte Google den Echtzeit-Service "Interpreter Mode" an. 
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Google Assistants "Interpreter Mode" soll etwa in Hotels zum Einsatz kommen.
Der Service wird nun weltweit ausgerollt und mit zusätzlichen Services für Unternehmenskunden verfügbar gemacht werden. Mithilfe eines Nest Hub liessen sich 29 Sprachen in Echtzeit übersetzen. Google nennt bereits einige grosse Kunden, die den Service einführen wollen, darunter Flughäfen, Banken und Tourismus- sowie Menschenrechts-Organisationen.

Neuerungen im Smart-Home-Bereich

Mit dem Google Assistant lassen sich auch Smart-Home-Geräte steuern. Bald soll es auch möglich sein, Befehle zu erteilen, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt werden sollen. "Hey Google, schalte die Kaffeemaschine um 6 Uhr ein", wird als ein Beispiel genannt. Die "Scheduled Actions" genannte Funktion soll im Laufe des Jahres für rund 20 verschiedene Arten von Smart-Home-Geräten erscheinen.
Auf dem Bildschirm des Google Nest Hub können künftig digitale Post-its angebracht werden, ohne dass Nutzer sich einloggen müssen.

Ein bisschen mehr Privacy

Da die smarten Assistenten, nicht nur jener von Google, auf Sprachbefehle reagieren, hören sie stets mit. Dies sorgt für viel Kritik, der Google versucht, mit neuen Funktionen etwas entgegenzuhalten. Beispielsweise können Anwender sich mittels Sprachbefehl erklären lassen, welche Daten gespeichert werden.
Künftig seien User auch in der Lage, mittels Sprachbefehl, Daten löschen zu lassen. Falls sich der Assistent unbeabsichtigt aktiviert, könne ihm gesagt werden, "das war nicht für dich", sodass er "vergesse", was gesagt wurde.

Apple ist Marktführer bei den virtuellen Assistenten

Einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Future Score zufolge hält Google keinen grossen Marktanteil im Bereich der virtuellen Assistenten. Laut Future Score sind es 9% weltweit. Marktführer ist demnach Apple mit Siri und dahinter folgt Microsoft, da Cortana auf allen Windows-10-Geräten istalliert ist. Die Zahlen lassen jedoch nicht darauf schliessen, wie häufig und regelmässig Cortana oder Siri genutzt werden. Nach Google Assistant folgt Amazons Alexa mit einem Marktanteil von 4% im Markt für virtuelle Assistenten.
Future Score geht davon aus, dass im Jahr 2023 weltweit mehr als 2,5 Milliarden Geräte, die mit einem smarten Assistenten ausgestattet sind, abgesetzt werden. Vergangenes Jahr sei der Absatz um 25% auf 1,1 Milliarden Devices gestiegen. 

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