Google bietet für Nortel-Patente 900 Millionen

5. April 2011, 09:47
  • international
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Google will für viel Geld Nortel-Patente kaufen. Die Patente wären entweder eine Investition in die Zukunft des Mobilfunks oder aber ein Schutzschild gegen mögliche Klagen. Noch mehr bieten könnte allerdings Apple.

Google will für viel Geld Nortel-Patente kaufen. Die Patente wären entweder eine Investition in die Zukunft des Mobilfunks oder aber ein Schutzschild gegen mögliche Klagen. Noch mehr bieten könnte allerdings Apple.
Für ein Paket mit rund 6000 Patenten aus den Ruinen des kanadischen Telekomausrüsters Nortel will Google 900 Millionen Dollar locker machen. So hoch ist Googles Gebot laut eine Mitteilung von Nortel.
Seit dem vergangenen Dezember liegen die Patente auf dem Tisch, daran interessiert sollen neben Google auch Motorrola, Apple und RIM sein.
Durch die Veröffentlichung des Angebots übernimmt Google die Rolle des Erstbieters in einem so genannten Stalking Horse Sales-Verfahren. Damit hat Google die Chance, die Patente zum angekündigten Preis zu schnappen, der insolventen Nortel garantiert das Angebot aber auch eine Stange Geld, wenn keine weiteren Bieter auftauchen sollten. Klinken sich diese aber ein, könnte der Preis sehr wohl die Milliardengrenze knacken.
4G Mobilfunk
Auf dem Tisch liegen Patente und Patentanträge aus den Bereichen der vierten Mobilfunkgeneration, Internet, Daten- und Sprachübertragung sowie Chip-Technologie. Im umfangreichen Portfolio gibt es laut Nortel auch Patente, welche die Internetsuche und soziale Netzwerke betreffen.
"Das ist eine beispiellose Gelegenheit, eines der umfassendsten Patentpakete zu kaufen, das jemals auf den Markt kam", lässt sich Nortel-CSO George Riedel zitieren.
Die Patente sind einerseits interessant, weil sie insbesondere die Zukunft des Mobilfunks betreffen: Der LTE-Standard dürfte dereinst den aktuellen UMTS-Standard für Internet auf dem Mobile ablösen.
Gigantischer Patentschild
Andererseits sehen Marktbeobachter darin einen umfassenden Patentschild, der den Käufer gegen Patentklagen der Konkurrenz schützen könnte. Mit der Breite, welche das Paket abdeckt, wäre es im Falle von Rechtsstreitigkeiten wohl ein Leichtes, darunter ein Patent zu finden, womit der Kläger selber eingeklagt werden könnte.
Gegenwärtig laufen mehrere Patent-Streitigkeiten, zum Beispiel zwischen

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