Google bleibt Alphabets Goldesel

29. Juli 2016, 08:02
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Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen alle Erwartungen übertroffen.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen alle Erwartungen übertroffen. Das US-Unternehmen teilte gestern mit, dass der Gewinn im zweiten Quartal 2016 um 43 Prozent von 3,4 Milliarden auf 4,9 Milliarden Dollar gestiegen ist. Der Umsatz wuchs um 21 Prozent auf 21,5 Milliarden. Wobei der grosse Brocken des Alphabet-Umsatzes von Google kommt. Zum Wachstum beigetragen haben insbesondere die Werbeeinnahmen auf mobilen Geräten und das Videoangebot, so der Konzern.
Das Geschäft mit Onlinewerbung auf Googles eigenen Websites wuchs um 24 Prozent auf 15,4 Millionen Dollar. Die Zahl bezahlter Klicks auf Werbeanzeigen stieg insgesamt um 29 Prozent. Das konnte den Rückgang der Erlöse pro Klick um sieben Prozent mehr als ausgleichen. Mit der weiten Verbreitung von Smartphones sinkt der Durchschnittspreis kontinuierlich, weil Werbung auf den kleinen Displays weniger kostet. Knapp vier Milliarden Dollar Umsatz reichte Google zurück an Partner-Websites, die Nutzer zu Diensten des Internet-Konzerns brachten.
Keine Zahlen zu YouTube, Andorid oder Cloud
Google macht keine Angaben dazu, wie sich die Erlöse auf einzelne Geschäftsbereiche wie die Videoplattform YouTube oder das Betriebssystem Android verteilen. Auch die Einnahmen aus dem Cloud-Geschäft legt Google, anders als Microsoft oder AWS, nicht offen. Der Google-Umsatz ausserhalb der Werbeeinnahmen stieg im Jahresvergleich um ein Drittel auf rund 2,2 Milliarden Dollar.
Hohe Kosten bei den "Bets"
Die Alphabet-Bereiche ohne Google sorgen weiterhin vor allem für hohe Kosten. Ihr Umsatz fällt trotz eines Sprungs von 74 auf 185 Millionen Dollar immer noch kaum ins Gewicht. Zugleich weitete sich aber auch ihr Verlust von 660 auf 859 Millionen Dollar aus. Zu diesen sogenannten "Other Bets" gehören unter anderem der Spezialist für Haushalts-Vernetzung Nest.
Finanzchefin Ruth Porat räumte ein, dass der Grossteil der "Other Bets" noch keinen Umsatz mache. Zugleich versicherte sie den Analysten in einer Telefonkonferenz mehrfach, dass Alphabet extrem diszipliniert bei den Investitionen sei. "Ein Langzeit-Fokus befreit uns nicht davon, die Kosten zu managen."
Alphabet sitzt jetzt auf einem Geldberg von 78,5 Milliarden Dollar. Rund zwei Drittel davon lagern ausserhalb der USA. Die Steuerquote lag im vergangenen Quartal bei 20 Prozent. Der Konzern hat jetzt 66'575 Mitarbeiter nach 57'148 vor einem Jahr. Die Alphabet-Aktie legte nachbörslich in einer ersten Reaktion um fast fünf Prozent zu, weil die Zahlen besser als von den Anlegern erwartet ausfielen. (sda/kjo)

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