Google erringt Zwischensieg gegen Microsofts Behörden-Cloud

6. Januar 2011, 15:33
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Der US-Internetkonzern Google kann im Streit um einen Auftrag des amerikanischen Innendepartements an Microsoft einen Zwischensieg feiern.

Der US-Internetkonzern Google kann im Streit um einen Auftrag des amerikanischen Innendepartements an Microsoft einen Zwischensieg feiern. Eine Richterin des Court of Federal Claims in Washington hat angeordnet, dass das Departement den Auftrag für ein webbasiertes Mail- und Kollaborationssystem für rund 88'000 Arbeitsplätze vorerst nicht vergeben darf. Die einstweilige Verfügung sei nötig, weil ohne Stopp des Vergabeverfahrens bereits vor der endgültigen Gerichtsentscheidung vollendete Tatsachen geschaffen würden.
Bereits im November vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Google das Innendepartement wegen einer angeblich "massgeschneiderten" Ausschreibung verklagt hatte. Der Konzern wirft der Behörde vor, die Ausschreibung so formuliert zu haben, dass faktisch nur Microsoft mit seinem Produkt "Business Productivity Online Suite" als Gewinner in Frage käme. Das lasse sich unter anderem daran erkennen, dass Teile der Terminologie in der Ausschreibung direkt an Produktebeschreibungen von Exchange Online, Sharepoint Online und Office Communications Online angelehnt seien.
Gegenüber der Zeitung 'Seattle Times' sagte ein Microsoft-Sprecher, dass man nach wie vor überzeugt sei, den Auftrag zu erhalten. Das Innendepartement habe festgestellt, dass die dedizierte, US-basierte Cloud-Lösung von Microsoft den Sicherheitsanforderungen genüge - Im Gegensatz zur Lösung von Google. Dies habe das Gericht nicht berücksichtigt.
Google und Microsoft liefern sich derzeit einen harten Wettkampf um Aufträge aus der öffentlichen Verwaltung mit Bundesstaaten, Städten und Universitäten. (bt)

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