Google hält einen Zeh in den Telco-Teich

3. Oktober 2005, 16:24
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Google offeriert den Bau eines flächendeckenden Hotspot-Netzes in San Francisco.

Google offeriert den Bau eines flächendeckenden Hotspot-Netzes in San Francisco.
Google hat eine Offerte für den Bau und Betrieb eines stadtweiten drahtlosen Netzwerkes in San Francisco eingereicht. Ein Google-Sprecher bestätigte gegenüber verschiedenen US-Medien einen Bericht der 'New York Times' vom Samstag.
Die kalifornische Stadt möchte im Rahmen des Projekts TechConnect Firmen, BürgerInnen und BesucherInnen flächendeckend und kostenlos oder sehr günstig, drahtlosen Internet-Zugang verschaffen. Google ist bei weitem nicht der einzige Anbieter, der an der Ausschreibung teil nimmt. An einer Sitzung in San Francisco, an der die Stadt Interessenten über TechConnect informierte, nahmen Teilnehmer von IT-Companies wie HP, aber auch lokalen Telcos, Hotspot-Betreibern und grossen Telcos teil.
Man habe keine weiteren, ähnliche Pläne ausserhalb der Bucht von San Francisco, beteuerten Google-Leute. Immerhin gibt es aber von Google aber bereits eine Betaversion eines Software-Tools, mit dem man eine sichere Verbindung über drahtlose Internet-Zugänge (so genannten Hotspots) aufbauen kann.
Werden die Karten im Telco-Business neu gemischt?
Seitdem die Story dieses Wochenende bekannt wurde, rätselt die US-Wirtschafts- und Internetwelt über die Implikationen. Man spekuliert, ob durch die Übernahme des Gratis-Internettelefonie-Anbieters Skype durch eBay und nun eben durch den Einstieg von Google in das Hotspot-Business, eine völlig neue Art von Telefonie-Anbieter entstehe. Immerhin, so das Wall Street Journal, ist Google heute mit 88 Milliarden Dollar an der Börse fast gleich viel wert wie der grosse US Telco Verizon.
Hotspots dienen immer öfter auch dazu, kostenlose Telefon-Verbindungen über das Internet aufzubauen. Ein drahtloses Netzwerk ist damit potentiell ein direkte Konkurrenz für Telekommunikationsfirmen.
Und der Datenschutz?
Andere Kommentatoren machen sich Sorgen um den Datenschutz (privacy). Google besitzt bereits heute über die Suchmaschine, den E-Mail-Dienst, den eigenen Blogger-Dienst und vor allem das Tool für das Durchsuchen von PCs (Google Desktop), die allesamt kostenlos aber teilweise durch Werbung finanziert sind, eine Unmenge von Informationen über Internet-Benützer. Und der US Suchmaschinen-Riese ist auf das Sammeln und Verwerten von grossen Datenmengen spezialisiert. (Christoph Hugenschmidt)

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