Google halbiert Play-Store-Gebühren für Apps

22. Oktober 2021, 09:12
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Der Konzern gibt dem Druck von Entwicklern nach und verlangt für App-Abos noch eine Gebühr von 15%.

Google senkt nach Druck von Software-Entwicklern, Politikern und Regulierungsbehörden die Abgabe für Abonnements, die über die App-Plattform des Konzerns abgeschlossen werden. Bisher mussten Entwickler und Firmen zunächst 30% vom Abo-Preis an Google abtreten, nach einem Jahr sank die Abgabe auf 15%. Jetzt werden es von Anfang an 15% sein, wie Google am 22. Oktober ankündigte. Die Änderung soll zum 1. Januar 2022 greifen.
"Wir haben gehört, dass die Abwanderung von Kunden es für Abonnementunternehmen schwierig macht, von diesem reduzierten Tarif zu profitieren. Deshalb vereinfachen wir die Dinge, um sicherzustellen, dass dies möglich ist", schreibt Google in einem Blogpost.

Weitere Senkung der Abgabe?

Google geht sogar noch weiter und kündigte an, dass für einige E-Book-Anbieter und Musik-Streamingdienste die Abgabe sogar auf bis zu 10% sinken kann. Im App Store von Konkurrent Apple werden bei Abos aktuell zunächst 30% und nach einem Jahr 15% fällig.
In den vergangenen Jahren hatten sich diverse App-Entwickler beschwert, dass die Abgaben bei beiden Plattformen zu hoch seien. Politiker und Wettbewerbshüter sowohl in Europa als auch in den USA nehmen das App-Store-System ins Visier.
Grosse Streaming-Dienste wie Netflix und Spotify verkaufen ihre Abos zum Beispiel gar nicht erst über die App Stores, sondern über die eigene Website, um die Abgabe zu vermeiden. Spotify kritisiert auch, es sei unfair, dass Apple als Plattformbetreiber faktisch keine Abo-Abgabe bei seinem eigenen Musikdienst zahlen müsse.

Gerichtsstreit noch nicht entschieden

In einem Gerichtsstreit hatte sich Apple im August mit kleineren Entwicklern über die Rolle des Konzerns beim App-Vertrieb geeinigt. In dem Vergleich räumte Apple den Entwicklern künftig die Möglichkeit ein, den App-Nutzern Informationen über Abo-Abschlüsse ausserhalb des App Stores zu senden.
Im andauerenden Streit zwischen Apple und dem Spieleentwickler Epic Games kam ein US-Gericht im September zu einem widersprüchlichen Urteil: Apple betreibe kein Monopol in seinem App-Store, müsse aber sein Provisionsmodell dennoch grundlegend ändern und Verweise auf externe Zahlungsmöglichkeiten zulassen. Gegen das Urteil haben inzwischen Apple wie auch Epic Games Berufung eingelegt.

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