Google kauft sich eine Textverarbeitung

10. März 2006, 09:51
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Was will Google mit der webbasierten Textverarbeitungssoftware von Upstartle?

Was will Google mit der webbasierten Textverarbeitungs -software von Upstartle?
Google hat ein winziges kalifonisches Jungunternehmen aufgekauft: Upstartle LLC wurde erst letztes Jahr gegründet und hat lediglich vier Mitarbeitende. Das signifikante daran ist allerdings, dass Upstartle eine webbasierte Textverarbeitungssoftware namens "Writely" anbietet.
Google zeigte sich wie üblich zugeknöpft und verriet nicht, was man nach der Übernahme mit Upstartle und Writely vorhat.
Writely ist eine AJAX-basierte, kostenlose Online-Textverarbeitung, die komplett im Browser läuft. Mit Writely können unter anderem auch Word- und OpenOffice-Dateien bearbeitet werden. Files können ausserdem für Kollegen zur Bearbeitung freigegeben werden. (Gegenwärtig nimmt writely.com keine neuen Anmeldungen von Usern entgegen, bis Writely.com auf die Software-Architektur von Google umgestellt ist. Nach der Übernahme durch Google befürchten die Initiatoren einen Ansturm, der die Server zum Erliegen bringen könnte.)
Mit einer Online-Textverarbeitung begibt sich Google natürlich noch stärker in eine direkte Konkurrenz zu Microsoft. Eine Textverarbeitung wäre ausserdem ein logisches Zusatzangebot, wenn Google tatsächlich damit beginnt, seinen Usern kostenlosen Online-Speicherplatz anzubieten.
Es stellt sich allerdings die Frage, was die Übernahme für die Zusammenarbeit von Google mit Sun im Bereich OpenOffice bedeutet. Google hatte ja angekündigt, bei der Weiterverbreitung zu helfen.
Gut möglich ist, dass hier der Zeitfaktor eine Rolle spielt. Googles "Ding" sind Services, die Online laufen, OpenOffice ist aber eine normale Client-Software. Mit Writely hat Google nun eine zwar etwas beschränkte, aber bereits heute auf dem Web lauffähige Textverarbeitung in der Hand. Das mächtige OpenOffice in einer Online Version lauffähig zu machen, dürfte dagegen noch einige Zeit dauern (falls dies überhaupt zu Googles Plänen gehört.) Ausserdem könnte das Know-how der Upstartle-Leute bei einem solchen Projekt natürlich auch helfen. (Hans Jörg Maron)

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