Google lanciert Excel-Konkurrenz

6. Juni 2006, 08:50
  • workplace
  • google
  • microsoft
image

Mit einer webbasierten Tabellenkalkulation tritt Google Microsoft noch stärker auf die Zehen.

Mit einer webbasierten Tabellenkalkulation tritt Google Microsoft noch stärker auf die Zehen.
Google will noch heute einen Test mit einer webbasierten Tabellenkalkulation starten, wie das Unternehmen in den USA bekannt gab. User greifen über ihren Webbrowser darauf zu, sie müssen also keine Software herunterladen, und die Anwendung läuft unabhängig vom Betriebssystem.
"Google Spreadsheets" soll anfänglich auf "Google Labs" einer beschränkten Zahl von Testusern zugänglich gemacht werden.
Googles Tabellenkalkulation soll es erlauben, dass mehrere User gleichzeitig ein File bearbeiten, wie der für das Produkt verantwortliche Jonathan Rochelle gegenüber US-Medien erklärte. Dabei sollen sie auch über einen eingebundenen Chat direkt miteinander kommunizieren können. Die Software kann gemäss Rochelle Files im xls.-Format (Excel) oder .csv-Format öffnen und auch in diesen Formaten wieder abspeichern. Die Files können Online gespeichert oder auf dem eigenen PC exportiert werden. Damit können User ihre Files bei Bedarf auch Offline mit einer anderen Tabellenkalkulationssoftware wie Excel oder (über .xls) "OpenOffice Calc" bearbeiten. (Das OpenDocument-Format .ods und das OpenOffice eigene .sxc scheinen gemäss den Berichten nicht unterstützt zu werden.)
Das Programm bietet ausserdem kontinuierliches Backup: Nach dem ersten Speichern wird jede Änderung automatisch gesichert. Das Programm ist allerdings gemäss Google noch recht simpel und es fehlen einige der komfortablen Features, die andere Tabellenkalkulationen aufweisen, zum Beispiel Drag & Drop-Funktionen.
Erst kürzlich hatte sich Googkle durch die Übernahme von writely.com auch eine webbasierte Textverarbeitung angeschafft. Google selbst spielt allerdings den Konkurrenzaspekt ui Microsofts Office herunter: man sehe die "Google Spreadsheets" eher als Ergänzung zu den traditionellen Client-basierten Tabellenkalkulationsprogrammen.
Auch bei Microsoft gibt man sich gelasssen. : Das neue Google-Angebot sei nur eines mehr aus einer ganzen Reihe von Produkten, welche zu den "Office"- und "Works"-Suiten in Konkurrenz stünden, meinte Microsoft-Sprecher Alan Yates zum 'Wall Street Journal'.
Trotzdem, vor allem für Anwender, die nur gelegentlich eine Tabelle erstellen wollen, entsteht damit nicht nur eine weitere Gratis-Alternative zu den Microsoft-Programmen, sondern auch eine, hinter der einer der bekanntesten Brands der Welt steht. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Bard vs. Ernie vs. ChatGPT: Der Wettlauf um die Vormacht im Internet

Microsoft treibt zusammen mit OpenAI Konkurrenten wie Google vor sich her. Auch in China soll demnächst ein mächtiges KI-Tool lanciert werden.

publiziert am 7.2.2023
image

Microsoft-User können derzeit nicht mailen

Aufgrund einer Störung bei Outlook.com können Nutzerinnen und Nutzer aktuell keine E-Mails verschicken und empfangen.

aktualisiert am 7.2.2023
image

Exchange-Lücken: NCSC ist gefrustet

Trotz eingeschriebener Warnbriefe sind in der Schweiz immer noch 660 Server ungepatcht. Manchmal wurde die Annahme des Briefes auch verweigert.

publiziert am 6.2.2023 4
image

Google will ChatGPT-Konkurrenz öffentlich zugänglich machen

OpenAI hat mit Microsoft den Kampf um die Zukunft des Internets eröffnet, nun zieht Google nach. Das bedeutet ein Umdenken im Suchmaschinenkonzern.

publiziert am 3.2.2023