Google macht Schluss mit Steuerspartricks

6. Januar 2020, 16:45
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Der US-Internetriese hat bestätigt, auf die "Double Irish with a Dutch Sandwich" genannten, bisher legalen Steuertricks zu verzichten.

Gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters' hat die Google-Mutter Alphabet festgehalten, dass auf umstrittene Steuervermeidungsmethoden verzichtet werden soll. Mehr als zehn Jahre lang soll der Konzern mit den "Double Irish" und "Dutch Sandwich" genannten Konstrukten Milliarden Euro an Steuern eingespart haben.
Die Steueroptimierung, die auch US-Tech-Konzerne wie Amazon, Apple, Facebook und Microsoft anwenden, sind zuletzt stark in die Kritik geraten. Denn umgesetzt wird diese Form mittels Tochterfirmen in Irland und den Niederlanden, um hohe Steuern in Europa und den USA zu vermeiden. 
Google überwies dabei Lizenz-Einnahmen von einer irischen Tochtergesellschaft an eine niederländische Firma ohne Angestellte und dann an eine Briefkastenfirma auf den Bermudas, die wiederum einer weiteren in Irland registrierten Firma gehörte. Das Hin- und Herschieben der Lizenzgebühren zwischen diesen Unternehmensteilen galt der Gewinnreduzierung, so dass die Steuerlast beinahe auf null gedrückt werden konnte.
Damit soll laut Alphabet ab diesem Jahr Schluss sein, wie 'Reuters' erfahren haben will. Irland hatte bereits 2014 das Steuerschlupfloch gestopft und in diesem Jahr läuft eine Übergangsfrist ab. Laut dem Bericht will Google dafür seine Konzernstrukturen vereinfachen und sein geistiges Eigentum künftig von den USA und nicht mehr von Bermuda aus lizenzieren.
Zwar ist ein konkretes Datum für die Beendigung der bisherigen Lizenzaktivitäten noch nicht offiziell bestätigt. Erwartet wird aber, dass die Konzernführung sie per 31. Dezember 2019 oder im Laufe des Jahres 2020 umsetzen wird.
Beendet wird damit eine legale Praxis, die es Google über mehr als ein Jahrzehnt lang erlaubte, das niederländische, irische und US-amerikanische Steuerrecht anzuwenden. Das ergab einen effektiven Steuersatz im einstelligen Bereich auf Nicht-USA-Gewinnen von Google, also nur rund ein Viertel des durchschnittlichen Steuersatzes in Europa.

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