Google-Mutter Alphabet: Weniger Gewinn, mehr Mitarbeiter

25. Juli 2017 um 08:38
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Eine milliardenschwere Strafe der EU hat der Google-Mutter Alphabet einen Gewinneinbruch eingebrockt.

Eine milliardenschwere Strafe der EU hat der Google-Mutter Alphabet einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im zweiten Quartal fiel der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.
Der Umsatz stieg jedoch unter anderem dank eines boomenden Werbegeschäfts auf Smartphones und Tablets um 21 Prozent auf 26 Milliarden Dollar, wie der Internetkonzern am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte.
Auch schon 3,1 Milliarden Dollar – 42 Prozent mehr als im Vorjahr – stammen aus "anderen Aktivitäten", so dem Play Store, Hardware-Verkäufen und vermutlich Cloud Computing.
Die EU-Kommission hatte Google im Juni die mit Abstand höchste Geldbusse gegen ein einzelnes Unternehmen wegen Missbrauchs seiner Marktmacht aufgebrummt. Der US-Internetkonzern muss 2,42 Milliarden Euro Strafe zahlen, weil er seine marktbeherrschende Stellung mit seinem Preisvergleichsdienst missbraucht haben soll.
Obwohl das US-Unternehmen sich vorbehalten hatte, gegen das Bussgeld Berufung einzulegen, wurde die Milliardenlast nun bereits vorsorglich in der Quartalsbilanz berücksichtigt.
Fokus auf YouTube zahlt sich aus
Für Alphabet zahlte sich der Fokus auf die Video-Tochter YouTube aus. Dem US-Unternehmen gelang es laut Experten zuletzt immer mehr, grossen Fernsehsendern Werbekunden abspenstig zu machen.
Die Werbeerlöse des Konzerns, der auch das weit verbreitete Smartphone-Betriebssystem Android und eigene Handys anbietet, machen weiterhin den Löwenanteil des Geschäfts aus. Die Einnahmen in dem Bereich stiegen um 18 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar. Der Umsatz stammt zu rund 87 Prozent aus Werbung, also von Google.
Das mit seiner Suchmaschine für herkömmliche PCs gross gewordene Unternehmen konkurriert inzwischen vor allem mit dem führenden Online-Netzwerk Facebook um die stark wachsende Werbung auf mobilen Geräten.
Steigende Kosten für Traffic-Acquisition
Die bezahlten Klicks auf Werbeanzeigen stiegen zwar um 52 Prozent, die Erlöse pro Klick sanken jedoch um 23 Prozent. Bereits im Vorquartal hatte es hier einen Rückgang um 19 Prozent gegeben.
Dies hänge mit den im Jahresvergleich um 28 Prozent gestiegenen Kosten für Traffic-Acquisition zusammen, so das 'Wall Street Journal'. Das sind diejenigen Ausgaben, die Google an Apple zahlt, wenn beispielsweise iPhone-Nutzer mit Google suchen.
Der am Markt besonders kritisch verfolgte bereinigte Umsatz, bei dem Abgaben an Partner-Websites abgezogen werden, fiel mit 20,9 Milliarden Dollar deutlich bescheidener aus als die absoluten Erlöse.
Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat zeigte sich dennoch zufrieden und hob das starke Wachstum bei mobiler Werbung hervor.
Wetten bleiben Wetten
In den anderen Alphabet-Bereichen, zu denen etwa der Hausvernetzer Nest und die autonomen Fahrzeuge von Waymo gehören, kletterten die Umsätze im Jahresvergleich von 185 auf 248 Millionen Dollar.
Zugleich konnte der operative Verlust in diesem Bereich von 855 auf 722 Millionen Dollar verringert werden. Experten hatten in der "andere Wetten" genannten Sparte, die teilweise sehr kostspielige Zukunftsinitiativen bündelt, mit einem deutlich höheren Minus gerechnet. Es bleiben aber Wetten.
Laut 'Google Watchblog' stieg die Zahl von Google-Angestellten innert eines Jahres von 66'575 auf 75'606. Und der Konzern verfüge nun über 94,71 Milliarden Dollar cash.
Die Bilanz des Konzerns enttäuschte die Anleger an der Wall Street: Im nachbörslichen Handel liessen Alphabet-Aktien rund drei Prozent Federn. Im bisherigen Jahresverlauf hatte der Kurs allerdings auch schon um mehr als 26 Prozent zugelegt. (mag / sda)

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