Google nimmt weiteres Unterseekabel in Betrieb

4. Februar 2021, 15:47
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Das nach Henry Dunant benannte firmeneigene Unterwasserkabel verbindet die USA und Europa.

Die 2018 angekündigte 6400 Kilometer lange Kabelverbindung von Virginia Beach in den USA mit der Gemeinde Saint-Hilaire-de-Riez an der französischen Atlantikküste ist betriebsbereit. Wie Google in einem Blogpost mitteilt, wurde die nach dem Schweizer Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, benannte Verbindung gemeinsam mit dem Unterseekabel-Spezialisten SubCom gebaut. Zum Einsatz sei ein 12-Paar Glasfaserkabel gekommen, das nach eigenen Angaben "eine rekordverdächtige Kapazität von 250 TBps (Terabit pro Sekunde) über den Ozean liefert". Illustriert wird diese Leistung mit dem Beispiel der Library of Congress, deren digitalisierter gesamter Inhalt über das neue Kabel dreimal pro Sekunde übertragen werden könne.
Erklärt wird die höhere Kapazität damit, dass statt der 6 oder 8 Kabelpaare der älteren Generationen von Unterseekabeln diesmal 12-Fasern verlegt wurden. Ausserdem hätten leistungsoptimierte Repeater-Designs zum Kapazitätsausbau beigetragen. "Während frühere Unterseekabeltechnologien auf einen dedizierten Satz von Pumplasern zur Verstärkung jedes Faserpaares angewiesen waren, ermöglicht die in Dunant verwendete SDM-Technologie (Space-Division Multiplexing) die gemeinsame Nutzung von Pumplasern und zugehörigen optischen Komponenten für mehrere Faserpaare." Dieses "Pump-Sharing" erlaube mehr Fasern innerhalb des Kabels und bietet gleichzeitig eine höhere Systemverfügbarkeit, wie es weiter heisst.
Neben "Dunant" besitzt und betreibt der Konzern derzeit noch 2 weitere Unterseekabel. So verbindet "Curie" die USA und Chile sowie "Equiano" Portugal mit Nigeria und Südafrika. Im nächsten Jahr soll "Grace Hopper" fertiggestellt sein, dass im Nordatlantik verlegt wird, und die USA mit Grossbritannien und Spanien verbindet. Dabei wird ein 16 Glasfaser-Paare-Unterseekabel verbaut und es kommt statt SDM eine neuartige Glasfaser-Switching-Architektur zur Verbesserung der Kommunikationssicherheit zum Einsatz.
Betont wird ausdrücklich, dass das Verlegen von eigenen Unterseekabeln ein Teil der "fortlaufenden Bemühungen" um ein Cloud-Netzwerk sei. Man wolle "gut ausgebaute direkte Wege zwischen unserer Cloud und unseren Kunden", schreibt Google: "Obwohl wir die Lichtgeschwindigkeit nicht beschleunigt haben, arbeiten wir weiterhin hart daran, ihnen eine bessere und schnellere Cloud zu bieten".

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