Google rüstet sich für die Schlacht gegen Microsoft

11. Mai 2006, 14:44
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Neue Desktop-Version 4 mit Widget-Analog "Google Gadgets".

Neue Desktop-Version 4 mit Widget-Analog "Google Gadgets".
Im Rahmen seines alljährlich stattfindenden Pressetags hat Google gestern, Mittwoch, Einblick in die neuesten Unternehmensentwicklungen gewährt. Neben der Präsentation der neuesten Betaversion von Google Desktop und anderen Produktneuheiten präsentierten sich die Google-Gründer angesichts der zu erwartenden Vista-Offensive von Microsoft selbstbewusst bis angriffslustig. "Microsoft hat in der Vergangenheit oftmals wettbewerbsfeindlich agiert. Auf die Bereiche, wo die Vormachtsstellung missbraucht werden könnte, wird man auch zukünftig ein Auge werfen müssen", meinte Co-Gründer Sergey Brin vor amerikanischen Journalisten.
"Wir versuchen uns nicht darauf zu konzentrieren, was Microsoft macht, sondern fokussieren lieber auf unsere eigene Innovationsfähigkeit", so Google-Mitbegründer Larry Page. Als Beispiel nannte er den von Google entwickelte Webmail-Service Gmail, der neue Akzente gesetzt und Mitbewerber zum Handeln gezwungen habe. Google-CEO Eric Schmidt betonte hingegen, dass es beim Kräftemessen der beiden Unternehmen "genügend Platz für mehr als einen Gewinner" geben werde. "Beide Strategien können unabhängig voneinander nebeneinander existieren und erfolgreich sein", so Schmidt.
Google dringt weiter in Betriebssystemgefilde vor
Bei der neusten Version von Googles beliebtem "Google-Desktop", der ab sofort im Betastadium als Version 4 erhältlich ist, legte Google noch einmal nach und hat eine neue Funktion eingebaut, mit der sich, analog zu den Widgets auf Macs, kleine Mini-Applikationen wie Spiele, Media-Player, Wettervorhersagen oder Nachrichten-Ticker integrieren lassen. Google bietetet momentan drei dieser "Google Gadgets" genannten Applikatiönchen an, einen Wetterbericht, einen Kalender und einen Direktzugriff auf Google Video. Während die Widgets allerdings überall auf einem Bildschirm eingeblendet werden können, laufen die Gadgets in der Google-"Sidebar".
"Damit wird die bei unseren Anwendern sehr beliebte Sidebar noch freier und individueller konfigurierbar", meint Google-Deutschland-Sprecher Stefan Keuchel auf Anfrage von 'pressetext'. Abgerundet wird der Desktop-Service durch eine integrierte Gmail-Benachrichtigungsfunktion, eine Google-News-Meldungsspalte sowie komfortableren Zugangsmöglichkeiten zu weiteren Google-Diensten wie dem neuen Google-Kalender – das sind, ebenso wie das Verwalten von Applikationen eigentlich Funktionen, die normalerweise das Betriebssystem oder der Browser erledigt.
Brancheninsider gehen davon aus, dass Google die Popularität des Desktops respektive der Google-Toolbar inklusive der darin integrierten Google-Suchfunktionen nutzen will, um beim Start des neuen Internet Explorers nicht das Nachsehen zu haben. Dieser wird Suchanfragen nämlich standardgemäß an Microsofts eigenes Suchangebot MSN-Search weiterleiten, was bereits eine Reihe von kritischen Äußerungen durch das Google-Management hervorgerufen hat. (pte/hjm)

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