Google schickt Abhördaten per FTP

12. Juni 2013, 12:54
  • security
  • google
  • microsoft
image

Google behauptet weiterhin, dem US-Überwachungsdienst NSA keine direkten Zugriff auf seine Infrastruktur zu erlauben. Man schicke Daten per FTP oder bringen sie "zu Fuss", sagte ein Google-Sprecher.

Google behauptet weiterhin, dem US-Überwachungsdienst NSA keine direkten Zugriff auf seine Infrastruktur zu erlauben. Man schicke Daten per FTP oder bringen sie "zu Fuss", sagte ein Google-Sprecher.
Hat der auf Abhörung und Überwachung spezialisierte US-Nachrichtendienst NSA direkten Zugriff auf Server der Internet-Giganten Google, Facebook, Microsoft, Skype und Apple? Vergangenen Freitag berichtete die seriöse britische Zeitung 'The Guardian' genau das und löste damit eine weltweite Welle der Empörung aus. Der 'Guardian' berief sich auf eine geheime PowerPoint-Präsentation vom April 2013, in der das Projekt "Prism" beschrieben wird.
Nun versuchen die betroffenen Firmen, deren Verlässlichkeit als Internet-Dienstleister massiv in Frage gestellt wurde, sich reinzuwaschen. So veröffentlichte Google gestern einen Brief an den US-Generalstaatsanwalt und ans FBI. Darin verlangte der Internet-Riese die Erlaubnis, die Zahl der Sicherheitsanfragen seitens staatlicher Sicherheitsagenturen zu veröffentlichen. Zudem sagte ein Google-Sprecher, es stimme nicht, dass die NSA direkten Zugriff auf die Google-Server habe und Daten nach Belieben absaugen könne. Vielmehr sende Google Daten per FTP, wenn ein entsprechender Gerichtsbeschluss vorliege. Oder man bringe die angeforderten Daten persönlich.
Google lehne es ab, an einem Programm teilzunehmen, bei dem eine Regierung Zugang zu den Google-Systemen bekomme oder gar eigene Ausrüstungen in den Google-Netzwerken installieren könne. Auch alle anderen von den Enthüllungen betroffenen Firmen äusserten sich so.
Das beschädigte Vertrauen in den Schutz von Daten ist für Dienstleister wie Google und Microsoft bedrohlich. So kann man sich vorstellen, dass eine Forschungsfirma wie Roche, die Google Apps einsetzt, keine Freude daran hat, wenn eine Agentur wie NSA alle Mails mitliest. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Ransomware-Gruppen im Darknet

Die schrittweise Veröffentlichung von gestohlenen Datensätzen im Darknet gehört zum Standardrepertoire jeder grösseren Ransomware-Gruppe. Kommt das Opfer den Forderungen der Cyberkriminellen nicht fristgerecht nach, werden dessen Informationen dort zugänglich veröffentlicht.

image

Ransomware-Bande Conti gibts nicht mehr

Die Bande griff die Universität Neuenburg oder den Storenbauer Griesser an. Aber zu früh freuen sollte man sich über den "Rücktritt" nicht, die Kriminellen haben noch ein Ass im Ärmel.

publiziert am 20.5.2022
image

Online-Ads: Nutzer-Daten werden Milliarden Mal pro Tag verarbeitet

Eigentlich weiss man es: Beim Besuch einer Website werden eine Menge Informationen verfolgt und geteilt. Ein Bericht verdeutlicht nun, wie häufig dies geschieht und stellt die Frage: Ist das legal?

publiziert am 20.5.2022
image

Hacker nehmen VMware- und F5-Sicherheitslücken aufs Korn

Die US-Cyberbehörde CISA warnt, dass die kürzlich bekannt gewordenen Lücken aktiv angegriffen werden, vermutlich von staatlich unterstützten Gruppierungen.

publiziert am 19.5.2022