Google schnüffelt Safari-Nutzern nach

17. Februar 2012 um 16:20
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Google und drei Werbefirmen haben die Datenschutz-Einstellungen von Anwendern umgangen und ohne deren Zustimmung Cookies installiert.

Google und drei Werbefirmen haben die Datenschutz-Einstellungen von Anwendern umgangen und ohne deren Zustimmung Cookies installiert. Betroffen sind Millionen von Safari-Nutzer von Apple. Entdeckt habe das, laut einem Bericht von 'Wall Street Journal', Standford-Forscher Jonathan Mayer und bestätigt wurde es vom verlagseigenen IT-Spezialisten Ashkan Soltani.
Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Tracking-Schutz 'Do Not Track', der bei Safari standardmässig aktiviert ist und Cookies von Drittanbietern ablehnt. Damit soll verhindert werden, dass das Surfverhalten eines Nutzers protokolliert wird. Die Analyse von Mayer hat ergeben, dass der Suchgigant ein unsichtbares leeres Formular in Werbeanzeigen des Google-Tochterfirma Doubleclick versteckt hat.
Google das Opfer?
Google weist den Vorwurf zurück – will aber die Lücke schliessen. Laut 'wsj' begründet das Unternehmen die Cookies damit, dass sie den Safari-Nutzern alle Google Features bereit stellen möchten. Der Browser erkenne nicht automatisch, dass ein Nutzer bei Google eingeloggt ist. Das bedeutet, dass die Funktion "+1" des Netzwerkes Google + nicht erkannt wird. Deswegen haben sie eine temporäre Verbindung zwischen Safari-Browser und Google-Server hergestellt. Es seien aber keine persönliche Informationen erfasst worden.
Google gerät nicht zum ersten Mal in Kritik bezüglich der Handhabung der Privatsphäre von Nutzer. Erst vor Kurzem wurden neue Datenschutzregeln des Internetriesen weitherum kritisiert. (lvb)
(Hinweis an unsere LeserInnen: Einige unserer Werbeformen, die von unserem Partner Goldbach Audience gemanaged werden, werden ebenfalls bei der Google-Tochter Doubleclick gehostet.)

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