Google Workspace soll durch Verschlüsselung attraktiver werden

15. Juni 2021, 14:22
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Firmenkunden sollen eigene Verschlüsselungs-Keys selbst speichern können, kündigt Google an.

Google will mit Google Workspace, so eine Art Microsoft 365, verstärkt im Enterprise-Segment Fuss fassen.
Um das zu schaffen, soll die Security verbessert werden. Drei neue Sicherheitsfunktionen hatte der Konzern kürzlich an der Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt – die Integration von VirusTotal in das Alert Center oder ein Tool um Zugriffe über die OAuth-2.0-API zu verhindern.
Nun erhält Google Workspace auch eine clientseitige Verschlüsselungsmöglichkeit, so dass die Daten eines Unternehmenskunden für Google nicht mehr lesbar sind. "Mit der clientseitigen Verschlüsselung von Google Workspace können Sie die Daten von Drive, Docs, Sheets und Slides mit einem externen Verschlüsselungsschlüssel sichern, auf den Google-Server nicht zugreifen können", garantiert der Konzern.
Das Fehlen dieser Verschlüsselungsmöglichkeit sei bis anhin ein Kritikpunkt und ein No-Go für viele sicherheitsbewusste potenzielle Firmenkunden gewesen, erklärt 'Techcrunch'.
Nun sollen Kunden ihre Keys selbst speichern können, ein Schritt, den Microsoft mit der "Double Key Encryption" für Microsoft 365 in gewissem Sinne schon anbietet.
In einem ersten Schritt hat Google technische Spezifikationen für Workplace publiziert (PDF), inklusive der verwendeten Protokolle und dem Versprechen von Forward Secrecy by Default.
Zudem hat Google 4 Partner definiert, bei welchen die Schlüsselspeicherung nach Google-Vorgaben in absehbarer Zeit möglich sein soll.
Noch 2021 werde Google ausserdem Details zu einer API veröffentlichen, mit der Unternehmenskunden ihren eigenen Inhouse-Infrastruktur bauen können, so dass die Arbeitsplätze die direkte Kontrolle über ihre Verschlüsselungs-Keys behalten. "Das bedeutet, dass die Regierung, wenn sie die Daten des Unternehmens haben will, an die Vordertür klopfen muss - und nicht durch die Hintertür kommt", schreibt 'Techcrunch'. Gemeint ist damit eine gesetzliche Regelung, welche Google zwingen kann, den Behörden Zugriff auf Kundendaten zu erteilen.
So ist das als technologischer Schritt gegen die aktuelle Regulierung in den USA zu verstehen, welche auch Microsoft lieber früher als später geändert haben möchte. Bis anhin bremsen die vergleichsweise laschen Datenschutz-Regeln beide Konzerne, insbesondere auch in Europa.
Kommerziell will Google insbesondere streng regulierte Branchen – wie das Finanzwesen, das Gesundheitswesen und die Verteidigungsindustrie – für seine Produkte gewinnen. Workspace soll auch compliant sein mit dem global angewendeten US-Gesetz "International Traffic in Arms Regulations" ITAR.
Aber der Konzern will Workspace auch im Privatbereich beliebter machen und hat unter dem Namen "Google Workspace für alle" neue Funktionen und Updates für jeden angekündigt, der ein Google-Konto hat.
Es wird spannend sein, ob umgekehrt Microsoft irgendwann mit einer Gratis-Version von Microsoft 365 in die Privathaushalte vorstossen will oder nicht.

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