Googles Chrome spioniert heftig (wenn man ihn lässt)

3. September 2008, 05:46
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Datenschutzbesorgte sollten einiges abstellen.

Datenschutzbesorgte sollten einiges abstellen.
Google, das ist unbestreitbar, ist einer der grössten Datensauger der Welt. Da erstaunt es nicht, dass auch der gestern lancierte Browser "Chrome" von Google auch als neue Datenquelle gebraucht werden kann. Zumindest falls die User die Einstellungen nicht entsprechend anpassen.
Wer sich darüber Sorgen macht, dass Google über den Browser zu viele Informationen über sein Surfverhalten sammelt, kann die heikelsten Funktionen gemäss Googles Informationen zum Datenschutz allerdings relativ einfach abstellen.
Das kontroverseste Feature ist wohl die Vorschlagsfunktion in der Adressleiste. Dort eingetippte URLs oder Suchanfragen werden nämlich flugs an Google geschickt - Google verspricht, so schon während des Tippens intelligente Vorschläge für das wahre Surfziel liefern zu können. Diese Funktion kann man gemäss diesen Anweisungen abstellen. Auch eingetippte URLs, die nicht existieren, werden an Google geschickt, so dass Google Alternativvorschläge senden kann. Dies wird durch die Deaktivierung der Vorschlagsfunktion ebenfalls unterbunden.
Ob man eine von der Vorschlagsfunktion suggerierte Webseite dann tatsächlich besucht, wird Google nur gemeldet, wenn man dem Browser erlaubt hat, Gebrauchsstatistiken an Google zu schicken. Diese Funktion sollte anfänglich nicht aktiviert sein. Mehr dazu findet man hier.
Chrome nimmt zudem regelmässig zu Google Kontakt auf, um eine aktuelle Liste bekannter Phishing- und Malware-Websites herunterzuladen. Ausserdem wird, wenn man man eine solche Site ansurft, eine gemäss Google verschlüsselte Kopie eines Teils der URL dieser Website an Google gesendet. Auch diese Funktion lässt sich in den Optionen von Chrome abstellen.
In einigen Presseartikeln wird übrigens heute berichtet, dass Chrome gemäss den Google-Datenschutzinfos eine eindeutige Anwendernummer enthalte, die bei der Installation sowie bei der automatischen Update-Prüfung an Google übertragen werde. Das stimmt allerdings nicht ganz, Chrome enthält wie heute fast alle Softweareapplikationen, eine eindeutige Anwendungsnummer (hjm)

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