Googles grosser "Herbstputz"

5. September 2011, 13:31
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Google streicht das Suchtool Google Desktop sowie Web Security, Ardvark und eine Reihe weiterer Tools und Services.

Google streicht das Suchtool Google Desktop sowie Web Security, Ardvark und eine Reihe weiterer Tools und Services.
Google streicht im Laufe dieses Herbstes eine ganze Reihe seiner Angebote aus seinem Programm, wie Google am Freitagabend in seinem offiziellen Blog unter dem Titel "herbstlicher Frühjahrputz" bekannt gab. Das ganze läuft unter dem vom CEO Larry Page ausgegebenen Motto, die grosse Vielzahl der von Google angebotenen Services etwas zu reduzieren und zu straffen, um sich verstärkt auf strategisch wichtige Bereiche zu konzentrieren. Personalmässig soll die Aktion aber keine Folgen haben. Die Entwickler, die für die gestrichenen Projekte tätig waren, sollen alle zu anderen Projekten umgeteilt werden.
Die gestrichenen Angebote, einige davon schon viele Jahre alt, andere auch noch ganz frisch, gehören naturgemäss zu den eher weniger genutzten und damit auch weniger bekannten Google-Services. Die Ausnahme ist Googles kostenloses PC-Suchtool "Google Desktop", das zumindest vor einigen Jahren noch grosse Wellen warf. Seine Lancierung vor fast genau sieben Jahren so richtig nervös. Google Desktop soll ab dem 14. September nicht mehr verbreitet werden. Das gleiche gilt für alle damit zusammenhängenden APIs, Services, Plugins und den Support.
Die Softwaresammlung "Google Pack", in der auch Google Desktop eingeschlossen war, wird ab sofort nicht mehr angeboten. Die dazugehörige Software von Google selbst und anderen Unternehmen soll aber weiterhin über Direktlinks erhältlich bleiben.
Nicht weiter vertrieben wird auch Google Web Security. Web Security ist einer der Security-Services für Unternehmen, die Google seit der Übernahme von Postini vor vier Jahren anbietet. Bestehende Kunden sollen laut Google weiterhin Support erhalten. Andere Ex-Postini-Services wie E-Mail-Security und Archivierung scheinen zudem nicht betroffen zu sein.
Nur rund anderhalb Jahre lang hat das "Social Search"-Tool "Aardvark" überlebt, das jetzt bereits eingestellt wird. Google hatte das gleichnahmige Startup im Februar 2010 übernommen. Die weiteren Tools und Services, die Google in den nächsten Tagen und Wochen ausser Dienst nehmen will sind die Google Maps-Programmierschnittstelle für Flash (wird aber für bestehende Kunden weiter unterstützt), "Fast Flip", "Image Labeler", "Notebook", "Sidewiki" und "Subscribed Links". (Hans Jörg Maron)

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