Green.ch nutzt Entbündelung (ein bisschen)

4. April 2007, 06:03
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Green.ch kann nun die Rechnungen für den Festnetzanschluss auch selbst stellen.

Green kann nun die Rechnungen für den Festnetzanschluss auch selbst stellen.
Green.ch hat als erster Provider kurz nach dem Inkrafttreten der neuen Schweizer Entbündelungs-Vorschriften einen entsprechenden Vertrag mit der Swisscom abgeschlossen. Der Vertrag bezieht sich aber nur auf die neue Möglichkeit für Provider, selbst als Rechnungssteller für den Festnetzanschluss auftreten zu können. Für Kunden hat das den Vorteil, dass sie nur noch einen Ansprechpartner haben und Internetanschluss sowie andere Green-Services zusammen mit der Festnetz-Telefonie in einer einzigen Rechnung bezahlen können.
Greench möchte solche kombinierten Angebote in Zukunft vor allem für KMU entwickeln. Einen genaueren Zeitpunkt, wann diese Angebote konkret lanciert werden könnten, wolle Green.ch aber zum jetzigen Zeitpunkt bewusst noch nicht nennen, wie uns Green.ch-Kommunikationschef Vladimir Barrosa erklärte.
Ansonsten bleibt aber alles beim Alten. Green.ch verzichtet vorerst darauf, den einschneidenderen Schritt zu wagen und von der Swisscom den physischen Zugang zur letzten Meile zu erwerben. Dieser würde es Providern erlauben, nicht mehr nur als Reseller von Swisscom aufzutreten und somit auch ganz andere Internet-Pakete (andere Tempis, andere Preismodelle, IP-TV usw.) anbieten zu können.
Das Green.ch dies nicht tut, war aber natürlich nicht anders zu erwarten. Swisscom hat mit der Preisvorstellung von 31 Franken pro Monat und Anschluss geharnischte Proteste unter den anderen Providern ausgelöst. Nun müssen diese noch drei Monate lang mit der Swisscom verhandeln – angesichts der Differenzen wohl eher eine Pro-Forma-Übung – bevor die Eidgenössische Kommunikationskommission Comcom damit beginnen kann, einen eigenen Preisvorschlag auszuarbeiten. Diesen könnte die Swisscom danach wiederum anfechten.
Wie Comcom Chef Marc Furrer vor zwei Wochen erklärte, könnte es daher noch bis zu anderthalb Jahre dauern, bevor ein konkreter Preis für die letzte Meile feststeht. Zumindest bis dahin, und vielleicht auch noch länger, dürfte gemäss der Einschätzung von Vladimir Barrosa, die meisten Provider das Motto "Zuwarten und schauen, was die anderen tun" befolgen. (Hans Jörg Maron)

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