Grenzkontrollsysteme: Deutsche Firma löst Schweizer Anbieter ab

30. September 2021, 15:03
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Die deutsche Firma Secunet Security Networks hat sich gegen zwei weitere durchgesetzt und ersetzt den Interlakner Anbieter Xplain.

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) hat die Betreuung des Grenzkontrollsystems an das Essener Unternehmen Secunet Security Networks vergeben. Insgesamt 3 Unternehmen hatten sich um den Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 35 Millionen Franken beworben und nach Ablauf der 20-tägigen Beschwerdefrist ist klar: Weder die unterlegenen Parteien, noch Dritte, wehren sich gegen die Vergabe an Secunet.
Die Firma agiert demnach als Generalunternehmer und ist ab sofort für die Lieferung von Hard- und Softwarekomponenten und deren Betrieb sowie die Wartung und Weiterentwicklung der Grenzkontrollsysteme verantwortlich. "Damit ist die Firma nicht für die Sicherung der Schweizer Grenzen zuständig", schreibt Jonas Spirig, Sprecher für die Beschaffungspolitik beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL). Sie liefere Hard- und Software, welche die "Mitarbeitenden der EZV bei ihrer Arbeit unterstützen und die Prozesse für die Reisenden so einfach wie möglich gestalten", so Spirig.

Keine Beschwerden zur Vergabe eingegangen

Was das konkret bedeutet, verrät ein Blick auf die Website des Anbieters. Dieser ist unter anderem spezialisiert auf die Erfassung und Verarbeitung biometrischer Daten sowie die mobile Identitätsprüfung – und feststellung. Dass mit der Ausrüstung einer ausländischen Firma persönliche Daten von Schweizerinnen und Schweizern kontrolliert werden, ist für das BBL unproblematisch: "Die Leistungen wurden im offenen Verfahren ausgeschrieben, weshalb auch ausländische Unternehmen ein Angebot einreichen können".
Für den deutschen Lieferanten hat laut BBL gesprochen, dass dieser "über einen hohen Integrationsgrad der vorgesehenen Teilsysteme verfügte und mit vertieften Kenntnissen der zukünftigen Anforderungen in Bezug auf das System überzeugte." Dabei geholfen hat Secunet sicherlich, bereits die Kantonspolizei Zürich zum Kundenstamm zählen zu können.
Neben dem bisherigen Lieferanten Xplain könnten die beiden französischen Multis Atos und Thales um den Auftrag gebuhlt haben. Beide bieten entsprechende Produkte und Dienstleistungen und sicherten sich bereits mehrere Bundesaufträge in Millionenhöhe. Für eine Stellungnahme waren sie bis Redaktionsschluss jedoch nicht zu erreichen. Update folgt, falls sich dies zu einem späteren Zeitpunkt ändert.

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