Grösstes Schweizer Gericht vor IT-Migration

2. November 2009 um 16:38
  • e-government
  • microsoft
  • open source
image

Das Bundesverwaltungsgericht wird in einem Jahr von der bestehenden Open-Source- auf eine Microsoft-Umgebung wechseln.

Das Bundesverwaltungsgericht wird in einem Jahr von der bestehenden Open-Source- auf eine Microsoft-Umgebung wechseln.
Das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) hat einen weiteren Schritt unternommen, um sich von der intern unbeliebten Open-Source-Umgebung zu trennen. Das mit rund 70 Richterinnen und Richtern sowie 300 Mitarbeitenden grösste Gericht der Schweiz hat das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) als neuen Leistungserbringer gewählt. Das BIT wird für den Informatikbetrieb, die Bürokommunikation und das Netzwerk zuständig sein. Das BVGer hatte vorgängig drei Anbieter zur Offertstellung eingeladen.
BVGer mit Microsoft-Hintergrund
Bis dato war das BVGer in Sachen Informatik dem Bundesgericht - das zugleich Aufsichtsorgan ist - unterstellt. Dieser Umstand führte im Frühjahr 2007 zu Reibereien zwischen den beiden Gerichten.
Da die Vereinbarung zwischen dem BVGer und dem Bundesgericht für den Bezug der Informatikleistungen Ende 2010 auslaufen wird, ist die Rückkehr zu einer Microsoft-Umgebung auf den 1. Januar 2011 vorgesehen.
Millionenprojekt
Die Migrationskosten dürften im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen, hiess es vor einem Jahr. So genau kann man es zurzeit noch nicht sagen, denn es müssen noch diverse Prüfungen durchgeführt werden, vor allem was die Fachanwendungen betrifft. Wie BVGer-Präsident Christoph Bandli zu inside-it.ch sagt, ist noch nicht entschieden, auf welche Betriebssystem-Version migriert wird. Sicher ist nur, dass es Windows sein wird. "Der Entscheid fällt noch dieses Jahr", versichert Bandli. Als Bürosuite dürfte wohl Office 2007 zum Einsatz kommen. Bandli spricht von Projektkosten für die Bürokommunikation in der Höhe von 1,5 Millionen Franken. Nicht mitgerechnet sind dabei die Fachanwendungen ("der grösste Brocken") sowie die Betriebskosten.
Dass das BVGer das BIT als Leistungserbringer gewählt hat, macht insofern Sinn, als das BIT auch Standardanbieter der Bundesverwaltung und auch des Bundesstrafgerichts in Bellinzona ist – zwei Microsoft-Hochburgen. Da dürfte einiges Synergiepotenzial vorhanden sein. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Frauenfeld ebnet den Weg für die IT-Auslagerung

Ohne Gegenstimme bewilligt das Stadtparlament das Outsourcing. Der Auftrag wurde bereits an Abraxas vergeben.

publiziert am 23.2.2024
image

Podcast: Der Wandel der E-Signatur – von Smartcard bis Cloud

In der heutigen Episode reden wir mit Freddy Kaiser über die Entwicklung der E-Signatur, den technischen Wandel und die Digitalisierung in der Schweiz.

publiziert am 23.2.2024
image

Bis 2025: 40'000 Arbeitsplätze beim Bund werden auf M365 migriert

Nach Abschluss der ersten Pilotphase mit rund 130 Nutzerinnen und Nutzern folgt nun die zweite Pilotphase mit einer Einführung bei zwei Verwaltungseinheiten. Danach wird die ganze Bundesverwaltung migriert.

publiziert am 22.2.2024 4
image

Bern will Datenmanagement verbessern

Die Stadtregierung beantragt 1,4 Millionen Franken für das Programm "Data Excellence". Der digitale Service Public soll damit ausgebaut werden.

publiziert am 22.2.2024