Grossbanken sind im digitalen Firmen­kunden-Geschäft voraus

23. September 2019, 11:39
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Eine Schweizer Studie erkürt einen neuen Spitzenreiter. Aber Firmenkunden wollen keine hippen Chats, sondern, ganz langweilig, ein digitales Vertragsarchiv.

Eine Schweizer Studie erkürt einen neuen Spitzenreiter. Aber Firmenkunden wollen keine hippen Chats, sondern, ganz langweilig, ein digitales Vertragsarchiv.
Der Informatiker Mario Crameri leitet die neue Einheit "Direct Banking" der Schweizer Credit Suisse und soll das Retailbusiness mit seinem Digitalisierungsverständnis vorantreiben. Laut 'NZZ' soll Crameri die Produktpalette einerseits straffen, aber andererseits auch neue Produkte wie die digitale Firmenkreditvergabe umsetzen.
Wo steht die CS überhaupt im Landesvergleich? Glaubt man einer neuen Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ und dem Digital Banking Think Tank e-foresight von Swisscom, so ist sie Spitzenreiter, was die Anzahl digitaler Dienstleistungen für Firmen betrifft.
Dies zeigt ein Score, der die Angebote der 50 grössten Retailbanken in der Schweiz in der Studie "Digitales Firmenkundengeschäft" vergleicht und in einer Rangliste einordnet.
Die Folgeränge belegen UBS, Zürcher Kantonalbank und PostFinance. In den Top-Ten finden sich, wenn auch mit Abstand, die viel über Digitalisierung sprechende Valiant, die Hypothekarbank Lenzburg oder auch Migros Bank.
Die CS habe offensichtlich in den letzten drei Jahren (seit der letzten Studie) viel investiert in digitale Produkte und Kanäle für Schweizer Firmen.
Die Studie ist rein quantitativ angelegt und macht keine qualitativen Aussagen ob die Angebote gut, mittelmässig oder schlecht umgesetzt wurden.
"Firmen sehen nur nur einen beschränkten Nutzen"
Aber die Kundensicht versuchen die Autoren wiederzugeben: Firmen wünschen sich speziell ein digitales Vertragsarchiv mit allen Bankverträgen. Zudem die Möglichkeit, Vollmachten, Personen oder Stammdaten digital zu mutieren. Oder, drittens, eine personalisierte Einstiegsseite.
Videoberatung oder eine Chatfunktion hingegen, deren Einführung immer gross angekündigt wird, ist aus Sicht der Firmen nicht wirklich relevant. "Insgesamt sehen die befragten Firmenkunden in vielen möglichen Funktionalitäten und Produkten nur einen beschränkten Nutzen. Das allgemein geringe Interesse kann entweder darauf zurückgeführt werden, dass die Unternehmen mit den aktuellen Angeboten der Banken zufrieden sind, oder sie können den Zusatznutzen von neuen, noch nie getesteten Funktionalitäten und Produkten nur schwer einordnen."
Wesentliche Angebotslücken identifizieren die Studienautoren keine. Die einzige Ausnahme sei das "digitale Vertragsarchiv", so der Tipp an alle Banken. Er geht auch an die CS. So erfolgt die Stammdatenmutation auch bei der CS laut Website noch mit PDF-Ausdruck und per physische Post. Mutationen macht offenbar der Kundenberater. (mag)

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