Grossbritannien will Marktmacht von Google und Co. einschränken

27. November 2020, 13:09
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Die Dominanz weniger Konzerne verhindere Innovation, argumentiert die Wettbewerbsbehörde und kündigt schärfere Regeln für Internetriesen an.

Grossbritannien will mit verschärften Wettbewerbsregeln Internetriesen wie Google und Facebook in die Schranken weisen. Dazu erhält die Wettbewerbsbehörde CMA eine neue Abteilung für digitale Märkte (DMU). Die neue Unit sei befugt, einen neuen Verhaltenskodex für Technologieunternehmen zu verfassen und durchzusetzen, der die Grenzen des akzeptablen Verhaltens festlege, erklärt die Regierung.
"Es ist Zeit, das anzugehen", betonte Digitalminister Oliver Dowden. Die neue Abteilung könne Entscheidungen von Technologiefirmen blockieren und Strafen verhängen. Sie könne die Unternehmen auch anweisen, bestimmte Massnahmen zu ergreifen. Ziel ist es, kleinere Konkurrenten und Konsumenten vor einem Missbrauch der Marktmacht der Internetgiganten – insbesondere im Bereich der Online-Werbung – besser zu schützen.
Der neue Kodex könne dazu führen, dass Tech-Konzerne transparenter würden, was die von ihnen angebotenen Services und die Art und Weise betreffe, wie sie die Daten der Consumer nutzten, schreibt 'The Guardian'. Die Unternehmen werden möglicherweise auch gezwungen sein, den Verbrauchern die Wahl zu lassen, ob sie personalisierte Werbung erhalten wollen. Sie werden nicht in der Lage sein, Kunden Beschränkungen aufzuerlegen, die es ihnen erschweren, konkurrierende Plattformen zu nutzen.
"Ich bin für Technologie. Die Dienste digitaler Plattformen verändern die Wirtschaft positiv – mit enormen Vorteilen für Unternehmen, Verbraucher und die Gesellschaft", so Dowden laut 'The Guardian'. Aber es gebe einen wachsenden Konsens, dass die Marktkonzentration bei einer kleinen Anzahl Unternehmen das Wachstum des Sektors bremse, die Innovationsfähigkeit einschränke und negative Auswirkungen auf Menschen und Firmen hätten, die darauf angewiesen seien.
Die Empfehlungen gelten zwar national, aber die von der Behörde identifizierten Probleme seien "internationaler Natur", erklärte Dowden. Im Rahmen seiner digitalen Strategie wolle der britische Digitalminister eine führende Rolle auf globaler Ebene übernehmen. 

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