Grosser Umbau in der Apple-Chefetage

30. Oktober 2012, 09:34
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Maps-Debakel, Siri-Schwächen und die stockende Expansion in China dürften die Gründe sein, die zum Weggang der beiden Manager Scott Forstall und John Browett geführt haben. Wird Jony Ive der neue starke Mann?

Maps-Debakel, Siri-Schwächen und die stockende Expansion in China dürften die Gründe sein, die zum Weggang der beiden Manager Scott Forstall und John Browett geführt haben. Wird Jony Ive der neue starke Mann?
Es sei ein "iStorm", schreibt 'AllThingsD' in Bezug auf die gestern von Apple angekündigte Personalie. Der Computerkonzern aus Cupertino hat den Weggang von Scott Forstall und John Browett bekannt gegeben, ohne aber Gründe für die Abgänge zu nennen. Ersterer ist für das mobile Betriebssystem iOS zuständig, letzterer für die Retail-Aktivitäten. Der Umbau an der Spitze sei der grösste seit dem Weggang des ehemaligen CEO Gil Amelio im Jahr 1997, schreiben US-Medien.
Gleichzeitig gab Apple bekannt, dass die vier Manager Jony Ive, Bob Mansfield, Eddy Cue und Craig Federighi zusätzliche Aufgaben übernehmen. Der Industrial-Design-Chef Ive wird nun auch für "Human Interface" zuständig, Mansfield leitet eine neue Einheit namens "Technologies", Cue kümmert sich um Maps und den Sprachassistenten Siri und Federighi wird sowohl für iOS als auch für OS X zuständig sein.
Ive erhält mehr Macht
Der für 2013 terminierte Weggang des Apple-Veterans Forstall überrascht, denn iOS ist für Apple ein enorm wichtiger Bereich. Möglicherweise wurde ihm das Debakel um die mangelhafte Karten-Applikation in iOS6 zum Verhängnis. Auch der nach wie vor unreife Sprachassistent Siri dürfte ein Grund gewesen sein.
Gemäss US-Medien verstanden sich Forstall und der Design-Chef Ive nicht besonders. Letzterer dürfte nun als Design-Chef für Hardware und Software mehr Freiheiten innerhalb von Apple haben. Das wird früher oder später zu mehr oder weniger radikalen Änderungen des User Interfaces von iOS führen, denn Forstall war im Gegensatz zu Ive ein Anhänger des sogenannten "Skeuomorphismus", also einer Designsprache, die sich an realen Dingen orientiert. Beispielsweise sieht die Notizen-App wie ein Notizbuch aus, die iBooks-App wie ein Bücher-Regal (und die Uhr-App wie die SBB-Uhr). Dieses eigentlich recht einfallslose Design ist in letzter Zeit in die Kritik geraten. Auch Ive ist ein scharfer Kritiker.
Was den Retail-Chef Browett betrifft, so stiess dieser erst Anfang dieses Jahres zu Apple - ein Zeichen, dass im Retail-Geschäft einiges nicht läuft, wie sich CEO Tim Cook das vorstellt. Browetts Weggang könnte mit der zu langsamen Expansion von Apple in China in Zusammenhang stehen. Ihm wird aber auch vorgeworfen, die Läden zu radikal reorganisiert zu haben. (mim)

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