Grosses Interesse für Bank 2.0

21. September 2012, 07:26
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Wenn Nutzer sich gegenseitig Kredite erteilen und über Paypal oder andere Internetplattformen Zahlungen erledigen, wo bleibt da die traditionelle Bank? Anlässlich der ersten "Finnova World" wurde unter anderem darüber diskutiert.

Wenn Nutzer sich gegenseitig Kredite erteilen und über Paypal oder andere Internetplattformen Zahlungen erledigen, wo bleibt da die traditionelle Bank? Anlässlich der ersten "Finnova World" wurde unter anderem darüber diskutiert.
Zum ersten Mal hat der Lenzburger Hersteller von Core Banking Software Finnova heute mit der "Finnova World" eine grosse Kunden- und Partnerveranstaltung durchgeführt. Gross war sie allemal: Über 350 Banking-IT-Profis pilgerten nach Baden in die Trafohalle. Wenn man sich vor Augen führt, dass das herstellerunabhängige Finance Forum zuletzt nur vier Mal mehr Besucher hatte, kann man einmal mehr feststellen, dass Herstellerveranstaltungen die neuen "Messen" sind.
Braucht's die Bank noch?
Roter Faden der ganztägigen Veranstaltung war die Bank von morgen. Web 2.0 müsse endlich auch im Banking ankommen, war die Essenz des witzigen Vortrages von Matthias Kröner, Chef der jungen deutschen Fidor Bank. Für Begeisterung sorgten seine Beispiele von Banken, die seiner Meinung nach den Trend verpasst haben und von einer "Community" nichts halten. Das sei gefährlich, denn neue Formen von Community Banking wie Peer-to-peer-Kredite oder der Aufstieg von Paypal zeigten, dass innovative Bankingmodelle paradoxerweise gänzlich ohne Banken auskommen.
Seine Bank sei die einzige in Europa, welche die Bewertung von Bankprodukten wie zum Beispiel bei Amazon zulasse, sagte Kröner. Ausserdem können Facebook-"Likes" den Zins der Bank beeinflussen - mehr "Likes", mehr Zins. Solche Ideen schaffen zweifellos Transparenz und Vertrauen, doch für alteingesessene Banken dürfte es schwierig werden, den Sprung ins Web 2.0 zu schaffen. Doch auch in der Schweiz gibt es diesbezüglich Bewegung. So hat die Glarner Kantonalbank erst kürzlich einen rein onlinebasierten Hypothekenservice lanciert.
Christoph Erb, Chief Customer Officer bei Finnova, bezeichnete die neuen elektronischen Kanäle als Chance für die Banken. Die Branchenvertreter selbst schien das Thema zwar zu faszinieren, doch der allgemeine Tenor war, dass es schwierig ist, die Bank-Oberen davon zu überzeugen, dass es eine Social-Media-Strategie braucht. Die Bank-Manager haben ohnehin andere sorgen: Immer mehr Regulierungen verursachen höhere Kosten. Dies drücke auf die Innovation, sagten mehrere Banken-Vertreter. (Maurizio Minetti)

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