Grossfirmen migrieren auf SaaS-Lösungen

22. Dezember 2010, 11:19
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Es ist kein Gerücht: Der Markt für Software "als Service" wächst auch im Firmenumfeld rasant - Der Channel wird sich neu erfinden müssen.

Es ist kein Gerücht: Der Markt für Software "als Service" wächst auch im Firmenumfeld rasant - Der Channel wird sich neu erfinden müssen.
Der US-Marktforscher Gartner hat letzte Woche eine Prognose zur weltweiten Entwicklung des Marktes für SaaS-Lösungen im Firmenumfeld veröffentlicht. Glaubt man dem renommierten Marktforscher, so sind dieses Jahr weltweit 9,2 Milliarden Dollar für gehostete und über Internet-gelieferte Business-Lösungen ausgegeben worden. Dies sind fast 16 Prozent mehr als noch 2009 - und das Wachstum geht im gleichen Takt weiter. Nächstes Jahr, so glaubt Gartner, werden Firmen bereits 10,7 Milliarden Dollar für Software (und Datenhaltung) "als Service" ausgeben. Wohlgemerkt: Diese Zahlen betreffen ausschliesslich reine SaaS-Applikationen für Firmenanwender, also Lösungen mit einem einheitlichen Code und Datenmodell, die über Internet von einem Anbieter an viele Kunden vermietet werden.
Ursprüngliche Bedenken wegen Sicherheit, Antwortzeiten und Verfügbarkeit haben sich mit zunehmender Reife der SaaS-Modelle verkleinert, schreibt Gartner. Zudem hat sich ein "Ökosystem" entwickelt, aus dem heraus Zusatzservices zu SaaS-Angeboten und die Anpassung der Lösungen an Branchenbedürfnisse angeboten wird, so der Marktforscher.
Veränderte Modelle bei Software-Beschaffung
Zudem verändert sich die Art und Weise, wie Firmen "als-Service"-Lösungen beschaffen, stellt Gartner fest. Obwohl weiterhin Abteilungen SaaS-Lösungen hinter dem Rücken von Geschäftsleitung und IT beschaffen, setzt sich die Erkenntnis, dass Entscheide auf GL-Ebene bei SaaS-Beschaffungen nötig sind, durch. Auch Informatik-Abteilungen werden mehr und mehr involviert, weil SaaS-Lösungen in die normalen Business-Applikationen integriert werden müssen.
Am meisten als "Service" gemietet werden gemäss Gartner Applikationen für Kommunikation, Zusammenarbeit und Content-Management - typischerweise also E-Mail, Telefonieanlagen und Systeme für die Ablage und den Austausch von Dokumenten. Genau in diesem Markt strebt Microsoft mit "Office 365" die Vorherrschaft an.
Axept: Ein Warnsignal für den Channel
Für VARs und Systemintegratoren werden die Karten mit dem Aufkommen von SaaS-Modellen neu gemischt. Denn wenn Firmen beispielsweise keine eigenen Exchange-Infrastrukturen samt Backup und Security mehr brauchen, sondern die Kommunikationslösung von Microsoft direkt mieten können, so wird es auch weniger Server-und Exchange-Projekte für den Channel geben.
Diesen Trend nannte etwa Axept-Chef Daniel Staehelin als Mitgrund dafür, dass er den erfolgreichen VAR diese Woche an Swissccom verkauft hat. (Christoph Hugenschmidt)

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