Grossfirmen sind schlecht gegen Cybercrime gewappnet

7. Oktober 2020, 13:02
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Jedes dritte Unternehmen im DACH-Raum wurde schon mehrfach attackiert, so eine Umfrage. Und fast die Hälfte hat dabei sensible Informationen verloren.

67% der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dies ergab eine Umfrage des Security-Unternehmens Proofpoint unter Sicherheitsverantwortlichen. 33% antworteten, dass ihr Unternehmen sogar gleich mehrfach ins Visier genommen wurde.
Zu den Folgen eines Cyberangriffs gaben 42% der Befragten im DACH-Raum den Verlust sensibler Informationen an. Danach kommen Geschäfts- und Betriebsstörungen (40%), Reputationsschäden (33%), der Verlust von Stammkunden (23%) sowie Umsatzeinbussen (16%). Nur 8% gaben an, ein Angriff hätte gar keine Auswirkungen auf das Unternehmen gehabt.
Eine weitere Erkenntnis der Umfrage sei, dass drei von vier Unternehmen nicht optimal auf digitale Angriffe vorbereitet seien, schreibt Proofpoint. "Lediglich 24% aller Befragten konnten die Frage, ob sie auf eine Cyberattacke vorbereitet seien, vorbehaltlos bejahen." Für die Hacker besonders lohnenswerte Ziele seien dabei grosse Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitenden: Hier hätten lediglich 12% erklärt, dass sie vorbereitet seien. Auch im öffentlichen Sektor hätte weniger als die Hälfte (46%) angegeben, gegen Cybercrime gewappnet zu sein.
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Grafik: Proofpoint
Phishing bildete gemäss Umfrage in den letzten zwölf Monaten die Hauptangriffsform für Cyberkriminelle, die zweithäufigste Methode waren Angriffe mit Ransomware. Das Hauptproblem dabei seien die Mitarbeitenden.
Laut Angaben der befragten CSOs und CISOs gehören insbesondere das Hereinfallen auf Phishing-Angriffe (70%), das Klicken auf schädliche Links (65%), unsichere Passwörter (52%) und ein fahrlässiger Umgang mit sensiblen Informationen (51%) zu den häufigsten Fehlern der Mitarbeitenden im Bereich der digitalen Sicherheit. Vor diesem Hintergrund gab etwas über die Hälfte der Befragten an, in den nächsten zwei Jahren von einer Erhöhung des Security-Budgets um bis zu 20% auszugehen.
Die Umfrage wurde im Auftrag von Proofpoint vom Beratungsunternehmen Techconsult im Juli und August 2020 unter 202 Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern aus verschiedenen Branchen im DACH-Raum durchgeführt.

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