Groupe Mutuel: 150 Millionen für IT-Projekt

31. Oktober 2013, 08:23
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150 Millionen Franken hat die Groupe Mutuel für ihre neue IT-Plattform "Nova" ausgegeben. Der Krankenversicherer setzte nicht auf eine Standardsoftware, sondern auf "Best of Breed".

150 Millionen Franken hat die Groupe Mutuel für ihre neue IT-Plattform "Nova" ausgegeben. Der Krankenversicherer setzte nicht auf eine Standardsoftware, sondern auf "Best of Breed".
Ende September hatte der Westschweizer Krankenversicherer Groupe Mutuel den Abschluss des umfangreichen IT-Projekts "Nova" bekannt gegeben. Insgesamt wurden bei dem 2005 begonnenen Mega-Projekt mit Hilfe von Partnern Daten von rund 1,4 Millionen Versicherten in das neue System übertragen.
Wichtigstes Unternehmensprojekt
Am Dienstag hat das Unternehmen nun an einer Medienkonferenz weitere Details zum Projekt veröffentlicht. Zum finanziellen Umfang des Projekts machte Groupe Mutuel bisher keine Angaben. Nun sagte der Präsident Pierre-Marcel Revaz, dass die über die Jahre getätigten Investitionen in die Plattform Nova "rund 150 Millionen Franken" betrugen. Das laut Revaz "wichtigste Unternehmensprojekt der letzten Jahre" lief parallel zum Tagesgeschäft, damit gleichzeitig nach wie vor auf alle Kundendossiers zugegriffen werden konnte.
Auf die Frage von inside-it.ch, ob das Projekt gemäss ursprünglichen Zeit- und Budget-Vorgaben realisiert wurde, heisst es: "Ein solches Grossprojekt ist nicht in allen Details von Anfang an zu übersehen; zudem ändern sich im Projektverlauf auch die Anforderungen seitens der Nutzer. Im Rückblick ist festzuhalten, dass bei Nova alle Meilensteine so wie fixiert eingehalten wurden und auch nötige Anpassungen beim Budget und Zeitaufwand aufgrund geänderter Anforderungen respektiert wurden."
In seiner Rede sagte Revaz, man habe seit Beginn des Informationszeitalters stets in Informations- und Kommunikationstechnologien investiert. "Dadurch konnten wir unsere Dienstleistungen auch anderen interessierten Unternehmen zur Verfügung stellen." In Bezug auf das IT-Projekt Nova sprach er von "sieben langen und schwierigen Entwicklungsjahren". Laut Revaz tauchten manchmal technische Probleme auf, die zu Verzögerungen führten - "aber wir haben es geschafft". Der grosse Aufwand habe sich gelohnt. Man sei gerüstet, um schnell und flexibel auf künftige Entwicklungen in der Versicherungsbranche reagieren zu können.
Unabhängig bleiben
Anschliessend sprach der Informatikleiter Philippe Buthey über das Projekt. Laut seiner Präsentation (siehe Folie) war von Anfang an klar, dass man die IT-Plattform selber baue. Auf dem Markt seien nur wenige Standardlösungen verfügbar. "Ausserdem legen wir grossen Wert auf Unabhängigkeit im IT-Bereich, was ein echter Marktvorteil ist", sagte Buthey.
Die neue Plattform basiert auf Java, Websphere und Oracle. Bei der Wahl der einzelnen Komponenten habe man sich auf die Kundenanforderungen fokussiert. Dank der angewandten "Best of Breed"-Methode (von jedem Anbieter die beste Lösung wählen) könne man den technischen und reglementarischen Herausforderungen der kommenden Jahre zuversichtlich entgegenblicken, so Buthey.
Auch für Smartphones und Tablets
Die neue Plattform erfüllt nun diverse Funktionen, die zum Teil während des Aufbaus des Systems den neuen Marktanforderungen und Gesetzesbestimmungen angepasst werden mussten (etwa SwissDRG und Prämienverbilligung IPV). Sie sei umfassender und flexibler als das vorherige System. Das neue Tool ermögliche die integrierte Verwaltung des Unternehmensportals, die Verwaltung der Partner, Einzelverträge und Schadenfälle, die Abfrage der Versichertendossiers, Offerten, Prämien und Reglemente, sowie die Verwaltung der Human Resources und der Finanzen. Koordiniert werden die verschiedenen Fachapplikationen durch ein Workflow-System, das die Abläufe in den Arbeitsprozessen automatisiert.
Die Vorteile von Nova seien Flexibilität, interne Produktivitätssteigerung, Automatisierung der Abläufe und Kompatibilität mit neuen Technologien, sagte der IT-Chef. Die umgesetzten Lösungen böten unter anderem auch leichteren Zugang zu den mobilen Applikationen, egal von welchem Gerät darauf zugegriffen werde. Auch in dieser mobilen Konfiguration könne die Prozessautomatisierung gewährleistet werden. (Maurizio Minetti)
(Bildquelle: Groupe Mutuel)

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