Grün, grüner, Fujitsu Siemens

8. November 2007, 17:00
  • international
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Der deutsche Computerhersteller stellt an seiner Hausmesse "Visit" die Ökologie in den Vordergrund.

Der deutsche Computerhersteller stellt an seiner Hausmesse "Visit" die Ökologie in den Vordergrund.
Besucher der Fujitsu-Siemens-Hausmesse "Visit" im süddeutschen Augsburg erhielten gestern einen kleinen Olivenbaum als Geschenk. Der Hersteller kompensierte die geschätzten 80 Tonnen CO2-Ausstoss, die die Messe verursachte, durch die Investition in Klimaschutzprojekte, man wandelte auf recyclingfähigen Teppichböden und erhielt zu guter Letzt auch noch ein Taschenwerkzeug aus recyclierten PC-Plastik. Kurz: Der deutsche Hersteller tat alles, um dem derzeitigen Modethema "Green IT" gerecht zu werden. Kurz: Man gab sich alle Mühe, sich als "grünster" IT-Hersteller zu profilieren.
Fujitsu-Siemens-Chef Bernd Bischoff gebärdete sich an der Medienkonferenz als Ur-Grüner und kritisierte, die Anstrengungen von Fujitsu Siemens hätten bis heute in der Presse zu wenig Beachtung gefunden. Zum Schluss gab es dann ein reichlich pathetisches Versprechen: "Wir werden der erste IT-Hersteller sein, der nur noch energieeffiziente Produkte herstellen wird. Wir werden die ersten sein, die diese Produkte den Kunden ohne Mehrkosten offerieren."
Es stimmt allerdings, dass Fujitsu Siemens bereits PCs aus wiedervertbaren Materialien gebaut und mit Stromsparfunktionen geworben hat, als das Thema noch nicht so dominant war, wie heute.
"0-Watt-Bildschirm"
Konkretes gab es allerdings auch. So zeigte Fujitsu Siemens den Prototypen eines Bildschirms, der im Standby-Zustand keinen Strom ("0 Watt") verbraucht. Die Kosteneinsparung für den einzelnen Kunden wird damit zwar gering sein, doch liegt der Vorteil angesichts der Abermillionen von Flachbildschirmen, die die meiste Zeit gar nicht benützt werden, auf der Hand.
"Virtualisierung wird Commodity"
Interessant wie immer waren die Ausführung von Joseph Reger, der bei Fujitsu Siemens als CTO seit Jahren als eine Art "Chefvisionär" wirkt. Regers These: Virtualisierung wird zu einer Commodity. Kern der Software von VMware ist der so genannte "Hypervisor" mit seinen vielleicht 50'000 Zeilen Code. aber die "Hypervisoren", die nichts anderes als superschlanke Mini-Betriebssysteme sind, werden früher oder später Teil des BIOS (Basic Input Output System) oder auf Flashspeichern jedem System (ob PC oder Serversystem oder Speicherboxen) beigefügt.
Ausserdem: Das Ende der Harddisks
Ausserdem machte Reger eine weitere, gewagte Prognose: Flash-Speicher würden in drei bis vier Jahren Einzug in die Rechenzentren halten. Bis Ende 2009, so Reger, würden die Preise pro Megabit Flash-Speicher so tief sinken, dass sie zu einer Alternative zu Harddisks würden. Neue Storage-Controller würden künftig dafür sorgen, dass die Blöcke der Speicherriegel gleichmässig beschrieben werden und damit die Lebensdauer der Flash-Speicher verlängert würde. Auch das Argument, dass die Lese- und Schreibgeschwindigkeit bei Flash-Speichern tiefer sei als bei Harddisks, gilt heute gemäss Reger nicht mehr. Reger: "Flash hat eine Zilliarde von Vorteilen. Das ist eine Technologie, die alles verändern wird." (Christoph Hugenschmidt)

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