Grüne fordern langlebigere Smartphones und Computer

18. November 2013, 14:42
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Computer, Tablets und Smartphones sollen nach Ansicht der Grünen so gebaut werden, dass sie möglichst lange halten und kostengünstig repariert werden können.

Computer, Tablets und Smartphones sollen nach Ansicht der Grünen so gebaut werden, dass sie möglichst lange halten und kostengünstig repariert werden können. Um dieses Anliegen zu erreichen, wollen die Grünen auch die Hersteller in die Pflicht nehmen.
Die Grünen fordern, dass eine Garantie sich auch für Hersteller bindend ist - und nicht nur für Händler, wie dies derzeit der Fall ist. Zudem sollen Händler und Hersteller im Streitfall beweisen müssen, dass ein Gerät beim Verkauf ohne Defekt war. "Das kann ein wesentlicher Hebel sein, um Druck zu machen für langlebigere Produkte", sagte Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne/ZH) am Montag vor den Medien in Bern. Die entsprechende Motion wollen die Grünen in der Wintersession einreichen, zusammen mit drei weiteren Vorstössen.
Bei der Energieeffizienz der Geräte gebe es zwar Fortschritte, sagte Co-Präsidentin Adèle Thorens. Doch der ganze Lebenszyklus eines Gerätes - der immer kürzer und kürzer werde - werde oft zu wenig berücksichtigt. Die Herstellung eines Computers benötige fünf mal mehr Ressourcen als dessen Nutzung, sagte François Marthaler, ehemaliger Grüner Regierungsrat des Kantons Waadt unter Verweis auf Zahlen der Materialprüfungsanstalt Empa. Deshalb müsse man bei der Produktion ansetzen.
"Langlebig heisst vor allem zerlegbar und günstige Ersatzteile", sagte er. Viel Elektroschrott falle an, weil die Geräte nicht zerlegbar seien oder die Reparaturen zu teuer. Gemäss der Organisation Swico fielen letztes Jahr 130'000 Tonnen Elektroschrott an; zehn Jahre zuvor waren es noch 35'000 Tonnen gewesen.
Marthaler hat kürzlich ein eigenes Unternehmen gegründet, das langlebigere PCs anbieten soll.
Pioniere zum Mainstream machen
Die Politik muss aus Sicht der Grünen aktiv werden, weil es zwar langlebigere Produkte gibt, diese aber noch nicht auf dem Massenmarkt angekommen sind. "Es gibt Alternativen, die technisch und ökonomisch möglich sind", sagte Thorens. Die Politik müsse dafür sorgen, dass die Pioniere zum Mainstream würden.
Mit ihren Vorstössen wollen die Grünen die Lücken schliessen, die der bundesrätliche Gegenvorschlag zur "Volksinitiative für eine Grüne Wirtschaft" aus ihrer Sicht offenlässt. Mit der im Herbst 2012 eingereichten Initiative will die Partei erreichen, dass der Ressourcenverbrauch sinkt.
Der Bundesrat stellte der Initiative einen Gegenvorschlag gegenüber. In der Vernehmlassung stiess dieser allerdings auf breiten Widerstand. Während die SVP den bundesrätlichen Vorschlag als wirtschaftsfeindlich ablehnte, vermissten linke Parteien verbindliche Ziele. Die Grünen hoffen, dass ihre Initiative 2015 an die Urne kommt. (sda/hjm)

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