Grüne Kampfzone ums Image

27. April 2011, 15:08
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Der Stromverbrauch und die Herkunft von Hardware und ICT-Installationen rücken vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit der IT-Kunden. Die Hersteller fördern das ebenso wie Umweltschützer.

Der Stromverbrauch und die Herkunft von Hardware und ICT-Installationen rücken vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit der IT-Kunden. Die Hersteller fördern das ebenso wie Umweltschützer.
Der PUE-Wert (PUE = Power Usage Effectiveness) gilt als wichtige Kennzahl eines Rechenzentrums. Tiefe PUE-Werte signalisieren Grünheit. RZ-Betreiber wie Deepgreen setzen auf Wasserkühlung bauen.
Facebook + Apple = Kohle
Neben den hohen Betriebskosten dürfte zunehmend auch der ökologische Aspekt fürs Image wichtig werden: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vergangene Woche einen Report mit dem Titel "How Green is your Data" veröffentlicht, wonach bis zu zwei Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf Rechenzentren entfallen sollen. Das gesamte Internet fresse mehr Strom als Russland und würde es im weltweiten Ländervergleich zum fünftgrossen Land machen.
Rechenzentren würden, so die Umweltschützer, dort angesiedelt, wo die Steuern tief und die Energie billig ist. Als Beispiel dafür führt Greenpeace das geplante RZ von Apple in North Carolinahttp://www.inside-it.ch/frontend/insideit?_d=_article&site=ii&news.id=24692
13 Petabytes für den iTunes-Store-- mit Kohle- und Atomstrom betrieben werden sollen. Auch die Facebook-Wolke kriegt schlechte Noten von Greenpeace: Über die Hälfte der Rechner fürs soziale Netzwerk werden mit verbrannter Kohle betrieben. Bessere Noten gibt es für Yahoo und Google, die stärker auf erneuerbare Energien wie Photovoltaik oder Wind setzten.
Swisscom und HP stolz
Seit der Klimawandel nur noch von Wenigen angezweifelt wird, wird auch der Ausstoss von Treibhausgasen genau verfolgt. Die britische Umweltorganisation Environmental Investment Organisation hat erstmals den Kohlendioxidausstoss von 300 europäischen Firmen unter die Lupe genommen und gestern ein Ranking veröffentlicht: Swisscom steht dort als bestes Schweizer Unternehmen an fünfter Stelle. Der Telco produziert pro Million Dollar Umsatz 2,16 Tonnen Kohlendioxid.
Der weltweit grösste Computerhersteller HP versucht den Stromhunger jedes einzelnen seiner Geräte einzudämmen und setzte sich das Ziel, den Energieverbrauch der HP-Produkte bis Ende Jahr auf 40 Prozent unter den Wert von 2005 zu reduzieren. Das ist bereits jetzt gelungen, wie der Konzern heute mitteilte.
"Wir sind stolz, dass HP-Produkte heute im Schnitt über 50 Prozent energieeffizienter sind als vor fünf Jahren", lässt sich Marcel Borgo, Country Manager der Personal Systems Group (PSG), zitieren. "Damit zeigen wir: HP kümmert sich um die Umwelt." (Philippe Kropf)
Die Server im geplanten Apple-RZ in North Carolina werden vor allem Strom aus Kohle fressen, sagt Greenpeace. (Bild: Apple)

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