Guichet virtuel: Kanton Zürich als Trittbrettfahrer?

30. November 2004, 16:56
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Die Kantone Basel-Stadt und Glarus haben heute die Beteilung am Projekt "Guichet Virtuel" zugesagt. Zürich und Solothurn stehen abseits - als Trittbrettfahrer?

Unter ch.ch betreibt der Bund das so genannten 'Guichet virtuel' - im Wesentlichen eine nach Themen geordnete, redigierte und durchsuchbare Linksammlung. Nach einer relativ langen Aufbau- und Testphase soll der virtuelle Behördenschalter nun unter Beteilung der Kantone in Dauerbetrieb übergeführt werden. Bedingung ist, dass mindestens 18 Kantone am 'Guichet Virtuel' mitmachen und sich an den Kosten beteiligen.
Abgesagt haben bisher einzig Zürich und Solothurn. Teilweise mit etwas seltsamen Begründungen. So moniert der Regierungsrat des Kantons Zürich, Web-Suchmaschinen wie etwa Google machten das 'Guichet Virtuel' überflüssig. Der Kanton Zürich bietet allerdings auf seiner Website eine eigene, nur wenig praxistaugliche Suchmaschine ('Leo') an.
Definitiv zugesagt haben hingegen gemäss ch.ch-Sprecherin Isabel Drews bis heute 22 Kantone, darunter neu auch Basel und Glarus. Damit ist die Weiterführung von ch.ch gesichert.
Interessant wird nun die Frage, ob die Links und Inhalte, die Solothurn und Zürich samt ihren Gemeinden betreffen weiter gepflegt werden sollen und wer das bezahlen wird. Zu befürchten ist, dass der Bund einspringen muss. Zur Zeit "suchen die Bundeskanzlei zusammen mit den Kantonen Zürich und Solothurn einen gangbaren Weg", sagt Drews etwas kryptisch. (Christoph Hugenschmidt)

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