Gut verdienende (aber skeptische) Schweizer CIOs

12. Mai 2010, 11:11
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Jobzufriedenheit und Glauben an die strategische Bedeutung der IT deutlich geringer als in anderen Industrieländern. Fast jeder Dritte hat Abwanderungsgelüste.

Jobzufriedenheit und Glauben an die strategische Bedeutung der IT deutlich geringer als in anderen Industrieländern. Fast jeder Dritte hat Abwanderungsgelüste.
"Die IT muss (und wird) in Unternehmen eine strategischere Rolle übernehmen!" Dieses Mantra predigen IT-Hersteller, -Dienstleister und –Berater schon seit Jahren. Schweizer CIOs scheinen sie damit aber immer noch deutlich weniger überzeugt zu haben, als ihre Kollegen weltweit. Gemäss einer grossen Studie von Harvey Nash und der PA Consulting Group glauben nur 46 Prozent der befragten Schweizer CIOs, dass ihre Rolle in Zukunft strategischer werde. International gesehen liegt der Schnitt mit 71 Prozent deutlich höher. Die Studie liefert auch gleich eine mögliche Ursache für diese Skepsis: Weltweit nimmt die Zahl der CIOs, die direkt dem CEO unterstehen, tendenziell eher zu und liegt im Schnitt bei rund 50 Prozent. In der Schweiz dagegen, so die Studie, sei dieser Anteil 2009 verglichen mit 2008 von 42 Prozent auf 29 Prozent gefallen.
Für die Studie wurden 2655 IT-Profis in den USA und neun westeuropäischen und skandinavischen Ländern zu ihren Gehältern, ihrer Einstellung zum Job sowie anderen IT-Themen befragt. Wie sich zeigt, stehen die Schweizer CIOs in Bezug auf ihr Gehalt recht gut da. Am besten verdienen allerdings interessanterweise die CIO-Kollegen in Deutschland, obwohl dort die Informatikerlöhne traditionell im Schnitt etwas tiefer sind als hierzulande. Das Durchschnittsgehalt der deutschen CIOs liegt gemäss der Studie bei 175'000 Dollar, dahinter folgen die US-CIOs (164'000 Dollar) und an dritter Stelle die Schweizer CIOs (158'000 Dollar). Der Gesamtschnitt beträgt 144'000 Dollar. Die CIO-Löhne in unserem westlichen Nachbarland Frankreich liegen mit durchschnittlich 137'500 Dollar rund 15 Prozent unter dem Schweizer Niveau, und am schlechtesten verdienen die CIOs in Belgien (118'000 Dollar).
Flirten mit dem Jobwechsel
Die Gehälter haben aber wenig damit zu tun, wie zufrieden die CIOs sind. In der Schweiz sind zum Beispiel 73 Prozent der CIOs zufrieden mit ihrem Job, ingesamt sind es aber 84 Prozent. Zudem bejahten 30 Prozent die Frage, ob sie innerhalb der nächsten 12 Monate eine neue Anstellung ins Auge fassen würden. Im Ländervergleich liegen die Schweizer auch damit an dritter Stelle. Noch etwas häufiger wird nur in Frankreich mit einem Stellenwechsel geflirtet (44 Prozent), und klar an der Spitze liegen mit 60 Prozent Wechselwahrscheinlichkeit in einem Jahr ausgerechnet die Spitzenverdiener in Deutschland.
Albert Elis, Chief Executive von Harvey Nash, kommentiert diesen Befund so: "Für viele CIOs hat die Rezession einen positiven Effekt auf Ihren Status und die Beziehung ihrer Abteilung zum Business. Aber CEOs sollten den Erfolg von CIOs nicht mit ihrer Job-Zufriedenheit verwechseln. Für Unternehmen wird es nach der Rezession zunehmend wichtiger, IT-Talente zu engagieren, zu fördern und zu halten." (Hans Jörg Maron)
Anmerkung: Die vollständige Studie kann kostenlos bei Sarah von Reding, Harvey Nash Schweiz, bestellt werden.

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