Gute Noten für Migrationsprojekt der Armeeapotheke

25. Februar 2021, 14:58
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Die Integration des SAP-Systems der Armeeapotheke in das der Logistikbasis der Armee ist abgeschlossen und wird gut bewertet.

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat vom 22. Juni bis 26. August 2020 das Projekt der Integration von 150 Prozessen der Armeeapotheke (AApot) in die Logistikbasis der Armee (LBA) unter die Lupe genommen. Interessant ist die dem (jetzt erst) vorgelegten Prüfbericht angehängte "Information zum Stand der Dinge" (PDF). Darin wird die kürzlich erfolgte Umsetzung des Projektes thematisiert und gelobt. So heisst es von der im Rahmen des Programms Erpsysvar für rund 18 Millionen Franken umgesetzte Migration und Konsolidierung auf S/4Hana, sie sei "äusserts erfolgreich" durchgeführt worden.
Die vollständige Integration der Prozesse in das Zielsystem der Verteidigung wird von der EFK als "gewinnbringend" eingestuft. Als grosser Vorteil wird dabei herausgestrichen, dass nun "einerseits die Möglichkeit zur Abwicklung aller logistischen und aller betriebswirtschaftlichen Prozesse in einem in sich geschlossenen Werk" erfolgen können. Anderseits sei nun auch die Einhaltung der nationalen Heilmittelgesetzgebung sowie der Good Practices sichergestellt.
Zudem stelle die "Neuimplementierung der Applikationen, Produktionsplanung und Qualitätssicherung eine Automatisierung der Prozessabläufe dar und garantiert somit eine bessere Prozessstabilität". Festgehalten wird zudem, dass die durchgängige Prozessabwicklung im Lager, der Produktion, Beschaffung und Instandhaltung nun auch mobile möglich ist.
Konkret habe man bei der Datenmigration eine umfangreiche Bereinigung der Altlasten vorgenommen. So seinen beispielsweise die einst 33'000 Materialstämme auf 17'000 reduziert worden. Wobei weitere Bereinigungen anstehen würden. Das habe man bei der Totalinventur aller Stand- und Lagerorte sowie Lagerplätzen der Armeeapotheke im Januar 2021 festgestellt. Daran werde aber bereits gearbeitet, so die EFK.

Es besteht noch Schulungsbedarf für das neue System

Schliesslich verweist die aktuelle Analyse der Situation noch auf den Weiterbildungsbedarf hin. Inzwischen hätten zwar schon 32 Schulungen an dem neuen SAP mit rund 400 Teilnehmern stattgefunden, jedoch wegen der Pandemie ausschliesslich im E-Learning auf Distanz. Doch jetzt, nach der Migration habe sich herausgestellt, dass weiterhin ein grosser Weiterbildungsbedarf bei den Mitarbeitenden besteht. Deshalb werde man die laufenden Ausbildungen und Trainings in der täglichen Arbeit noch während mehrerer Wochen weiterführen. Insgesamt, so das Fazit der EFK in diesem Papier, zeichne sich dank der neuen und durchgängigen Prozesse die AApot "durch höhere Robustheit und Resilienz aus, was als Einsatzorganisation zwingend und dringlich nötig ist".
Bereits der Prüfbericht vom letzten Sommer (PDF) hatte dem Projekt vergleichsweise gute Noten gegeben. Damals war unter anderem kritisiert worden, dass im vorhandenen Rahmenwerk für Tests noch nicht alle Einzelheiten definiert waren.
Das scheint nachgeholt worden zu sein. Denn unerwartete Schwierigkeiten bei der nun vollständigen Integration von AApot in die Logistikbasis der Armee wurden nicht genannt. So bleibt jetzt abzuwarten, ob die insgesamt doch wiederum recht positive Bewertung des Projektes sich auch bewahrheitet. Nötig ist da nicht zuletzt deshalb, weil die AApot schon früh in der Corona-Krise heillos überfordert war und das damals unter anderem mit dem Migrationsprojekt begründet wurde.

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