Gute und schlechte Nachrichten für Business Software-Hersteller.

1. Dezember 2005, 11:39
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Europas Fertigungsindustrie investiert gemäss IDC "schwer" in ERP. Aber die Entscheidungszyklen werden länger und länger.

Europas Fertigungsindustrie investiert gemäss IDC "schwer" in ERP. Aber die Entscheidungszyklen werden länger und länger.
Das Marktforschungsinstitut IDC hat in den fünf grössten Ländern Westeuropas 252 Unternehmen aus der herstellenden Industrie nach ihren IT-Investitionsplänen und -Entscheidungsprozessen befragt. Die gute Nachricht für Hersteller und Dienstleister im Bereich Business-Software: Gemäss IDC werden die Investitionen momentan vor allem von der Einführung von neuen Business-Software-Applikationen getrieben.
ERP, CRM, CMS und SCM
Im Bereich der branchenspezifischen Anwendungen wird gemäss IDC weiterhin "schwer" in neue ERP-Systeme investiert. Im Vordergrund stehe dabei das Bedürfnis, flexiblere und leichter an Veränderungen anzupassende IT-Infrastrukturen für die heute geforderten "schlanken" Lieferketten und Herstellungsstrategien zu schaffen.
Anbieter sollten darum zum Beispiel in der Lage sein, Lösungen oder Module für Produktionsplanung und -terminierung, Qualitätsmanagement, fortschrittliches Inventarmanagement und Logistik-Management anbieten zu können. Auch Systeme zur Verwaltung von Lieferantenbeziehungen seien gefragt, vor allem, um auftauchende Geschäftsgelegenheiten schnell wahrnehmen zu können.
Das grösste Investitionswachstum bei den horizontalen Applikationen in der Fertigungsindustrie weisen Kundenmanagement-, Contentmanagement und Lieferketten-Applikationen auf.
Noch längere Entscheidungszyklen
Bei den IT-Entscheidungsprozessen werden gemäss IDC noch stärker als bisher die Geschäftsleitungen eine aktive Rolle übernehmen. Die – allerdings im Vergleich zur guten Investitionsbereitschaft weniger schwerwiegende – schlechte Nachricht für Anbieter: Gerade IT-Entscheider auf Geschäftsleitungsebene glauben, dass die Entscheidungsprozesse für strategische IT-Projekte – wie es ERP-Einführungen nun einmal sind – noch länger werden. Anbieter müssten sich demgemäss also ebenfalls auf längere und auch kostspieligere Verkaufszyklen einstellen
Weiterhin tendieren die Unternehmen gemäss IDC dazu, mehr IT "einzukaufen" als bisher. Zwar werde immer noch ein etwas grösserer Teil des IT-Budgets intern vergeben, aber der Abstand zum Anteil von externen Dienstleistern werde kleiner (IDC dürfte in dieser Zahl sowohl die Applikationsentwicklung als auch andere IT-Services, zum Beispiel Outsourcing, miteinbeziehen.)
Um an die Budgets der Fertigungsindustrie heranzukommen werden die Anbieter gemäss IDC nicht mehr nur Branchenkenntnisse sondern auch noch mehr kundenspezifischeres Know-how auf dem sub-Branchen-Level vorzeigen müssen. Darüber hinaus sei es wichtig, dem Kunden die Betriebskosten der IT überzeugend vorrechnen sowie nachweisen zu können, dass man in der Lage ist die nötigen technischen Kenntnisse und den Service-Level konstant zu erbringen. (hjm)

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