Gute Zahlen und markige Sprüche von Oracle

17. Dezember 2010, 13:57
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Ellison schreibt HP im High-end-Servermarkt schon ab: "Wir fechten das mit IBM aus".

Ellison schreibt HP im High-end-Servermarkt schon ab: "Wir fechten das mit IBM aus".
Oracles Geschäftszahlen aus dem zweiten Finanzquartal 2011, das zum 30. November 2010 endete, liegen am oberen Rand der Erwartungen. Der kalifornische Software- und nun auch Hardwareriese erzielte einen Umsatz von 8,6 Milliarden Dollar, 47 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahrs. Der Reingewinn stieg um 28 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.
Der grösste Teil des Wachstums stammt zwar aus neuem Geschäft durch die Übernahme von Sun, aber auch im traditionellen Softwaregeschäft konnte Oracle kräftig wachsen. Der Umsatz aus Neulizenzen stieg um 21 Prozent auf 2,0 Milliarden, die Umsätze aus Software-Lizenz-Updates und Support nach GAAP um 12 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar.
Aus dem Hardwaregeschäft (Sun) stammten 1,75 Milliarden Dollar Umsatz (1,11 Milliarden aus Hardware, 0,65 Milliarden aus Services), beziehungsweise 20 Prozent des aktuellen Gesamtumsatzes. Dass die Übernahme zumindest die Gewinnmarge einiges drückte, scheint dabei (gegenwärtig noch?) niemanden zu stören. Der betriebliche Gewinnmarge sank gegenüber dem Vorjahresquartal von 37 auf 32 Prozent.
Speziell zum Hardwaregeschäft hatte CEO Larry Ellison und sein neuer Co-President Mark Hurd einige kernige Aussagen auf Lager. Laut Hurd soll beispielsweise die "Pipeline" für die Exadata-Datenbankappliances auf weltweit schon über 2 Milliarden Dollar gewachsen sein – die Frage ist natürlich, wie qualifiziert die Leads in dieser Pipline wirklich sind.
Den High-end-Serverbereich, in dem Oracles Ambitionen fast zur Gänze liegen, beherrscht seit vielen Jahren IBM. Der erste Herausforderer von Big Blue war zuletzt ganz klar HP. Oracles Larry Ellison übte sich nun vorerst vor allem darin, HPs Chancen schlechtzureden: "HPs Server sind langsam, teuer und haben keinen oder kaum einen zusätzlichen Wert durch die Softwareeausstattung." HPs Marktanteil sei in diesem Bereich "extrem verwundbar". Die kürzlich lancierte neue Produktegeneration werde Oracle schon bald an HP vorbei an die zweite Stelle im High-end-Bereich bringen – "Und dann fechten wir es mit IBM aus." (Hans Jörg Maron)

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