Hacker stehlen in Bulgarien die Daten von Millionen Menschen

16. Juli 2019, 12:51
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Hacker haben in Bulgarien persönliche Daten von Millionen von Menschen von der Regierungsbehörde NRA entwendet.

Hacker haben in Bulgarien persönliche Daten von Millionen von Menschen von der Regierungsbehörde NRA entwendet. Die National Revenue Agency verwaltet alle Steuern und Abgaben für Rentenbeiträge. "Es gibt tatsächlich einen nicht erlaubten Zugriff auf einen Server der NRA", bestätigte Innenminister Mladen Marinow gegenüber dem TV-Sender 'bTV' den Angriff. Zuvor hatten die Hacker in einer anonymen Nachricht die Daten von Bürgern verschiedenen Medienunternehmen zugespielt.
Medienberichten zufolge verfügen die Hacker über persönliche Daten sowie Angaben zu Steuern und Sozialversicherungsabgaben von mehr als fünf Millionen der insgesamt rund sieben Millionen Bulgaren und Ausländer sowie Unternehmen. Die Zeitung '24 Tschasa' schreibt, ihr seien Daten von 1,1 Millionen Menschen geschickt worden, die unter anderem Angaben zum jeweiligen Einkommen enthielten.
Die E-Mail war laut den Berichten von Servern des russischen Providers Yandex am gestrigen Montag an die bulgarischen Medien verschickt worden. Darin sei auch die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange gefordert worden.
Der Angriff habe vermutlich Ende Juni begonnen, teilten die Behörden gemäss 'Reuters' mit. Als "IT-Tschernobyl" beschrieb ein Experte für Cybersicherheit den Hacker-Angriff. Es handle sich vermutlich um den ersten Angriff dieser Art in Bulgarien, bei dem erfolgreich die persönlichen Daten einer Vielzahl von Bürgern gestohlen wurde, so der Experte.
Ministerpräsident Boiko Borissow rief den Sicherheitsrat der Regierung zusammen. Spezialisierte Cybercrime-Teams würden den Fall untersuchen. Ausserdem wolle man die EU-Agentur für Cybersicherheit um Hilfe beim Überprüfen der IT-Systeme bitten.
Innenminister Marinow sah einen politischen Hintergrund für die Hacker-Aktion, da Bulgariens Regierung den Kauf von acht US-Kampfjets vom Typ F-16 beschlossen hat. Diese sollen die bisher verwendeten sowjetischen MiG-29-Jets ersetzen. Finanzminister Vladislav Goranov wollte hingegen keinen Zusammenhang zwischen dem Angriff und der Beschaffung der Armee machen, da der Cyber-Angriff vor dem Entschluss der F-16-Beschaffung stattgefunden habe. (kjo/Keystone-sda)

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