Hackerangriff: Uni Giessen wohl noch länger offline

12. Dezember 2019, 16:40
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Seit dem Nachmittag des 8. Dezember ist die Justus Liebig Universität Giessen offline, wie verschiedene Medien berichten. Laut der 'Frankfurter Allgemeinen' wurde das Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt eingeschaltet.

Ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt sei eingeleitet worden. Ein Krisenstab sei ebenfalls einberufen worden, der mit externen IT-Experten des Darmstädter Forschungszentrums für Cybersicherheit Athene zusammenarbeite.
Eine Entspannung ist nicht in Sicht. "Wir rechnen mit der Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit des ganzen Netzes nicht in Tagen, sondern in Wochen", sagte Uni-Präsident Joybrato Mukherjee dem 'Giessener Anzeiger'.
Nach einem "schwerwiegenden IT-Sicherheitsvorfall" am Sonntag hat die Universität alle Server heruntergefahren. Somit könnten die E-Mail-Server oder das interne Netzwerk nicht genutzt werden. Betroffen ist der Zeitung zufolge auch die Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek in Fulda, da diese IT-Services der Hochschule nutzt. Der Betrieb der Universitätsklinik hingegen sei nicht beeinträchtigt.
Den Mitarbeitenden der Universität wurde nun mitgeteilt, dass sie mit einem speziellen Virenscanner versorgt werden. Damit sollten alle Windows-basierten Rechner gescannt werden, bevor diese mit dem Internet verbunden werden.
Derzeit vermutet die Universität, dass man es mit einer bislang unbekannten Variante einer Schadsoftware zu tun hat, die man nun versucht zu isolieren. Zu den weiteren Details könne man im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben machen, heisst es auf einer temporär eingerichteten Website der Hochschule. (kjo)

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