Halt NetApp!: Nun will auch EMC Data Domain

2. Juni 2009, 09:11
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Übernahmeschlacht: EMC bietet deutlich mehr für den Deduplizierungsspezialisten.

Übernahmeschlacht: EMC bietet deutlich mehr für den Deduplizierungsspezialisten.
Vor zehn Tagen schien die Übernahme des Storage-Spezialisten Data Domain durch den bisherigen Konkurrenten NetApp eine besiegelte Sache, gestern Abend hat sich nun aber der NetApp-Rivale EMC mit einem Konkurrenzangebot gemeldet. EMC bietet 30 Dollar pro Data-Domain-Aktie, während NetApp 25 Dollar bot. Insgesamt würde die Übernahme EMC zu diesem Preis knapp 2 Milliarden Dollar, beziehungsweise etwa 1,8 Milliarden Dollar nach Abzug der Cash-Bestände des Übernahmekandidaten, kosten.
NetApp und auch der Verwaltungsrat von Data Domain haben sich noch nicht zum Kampfangebot EMCs geäussert. EMC dürfte aber der klare neue Favorit für die Übernahme sein, insbesondere da der Storage-Riese bei seinem Angebot auf einschränkende Bedingungen wie eine intensive Prüfung der Data-Domain-Bücher im Rahmen einer Due Dilligence verzichtet.
Kampf um Deduplizierungsmarkt
Data Domain stellt einerseits Storage-Software und -Appliances her und hat sich dabei auf die Deduplizierungstechnologie spezialisiert. Der Übernahmekampf zeigt, wie wichtig diese in letzter Zeit als Verkaufsargument für Storage-Anbieter im Unternehmensmarkt geworden ist. Durch Deduplizierung wird die Speicherung überflüssiger Kopien von Files eingeschränkt, was Kunden dabei hilft, Speicherkapazität zu sparen. Data Domain hat als Pionier auf diesem Gebiet in den letzten Jahren einige Erfolge verbuchen können.
Andererseits dürfte es aber sowohl NetApp als auch inbesondere EMC darum gehen, zu verhindern, dass Data Domain in die Hände eines ihrer Rivalen fällt. Beide Storagespezialisten haben bereits entsprechende Technologien im eigenen Portfolio. NetApp hat "A-SIS"
Schnäppchenjagd
Der Kampf um die Data-Domain-Übernahme könnte, wie die Übernahme von Sun durch Oracle, zudem der Vorbote einer weiteren grossen Konsolidierungswelle in der IT-Industrie sein, wie gemäss 'Wall Street Journal' viele Analysten vermuten.
Momentan kommen diverse Faktoren zusammen, welche Übernahmen im IT-Bereich begünstigen. Übernahmekandidaten sind aufgrund der Wirtschaftskrise günstig zu haben. Gleichzeitig haben viele IT-Riesen aus der Zeit der Hochkonjunktur noch grosse Bargeldreserven. Der Reiz, diese im Geldmarkt anzulegen ist gegenwärtig gering, und Wachstum aus eigener Kraft schwierig. Der Anreiz, auf Schnäppchenjagd zu gehen ist also sehr gross. (Hans Jörg Maron)

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