Handyladegeräte: Jetzt will der Staat für Ordnung sorgen

25. November 2015, 10:54
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Es ist der zweite Versuch, Ordnung in das Steckerchaos zu bringen: Ab 2017 müssen alle Handys mit einem einheitlichen Ladegerät kompatibel sein.

Es ist der zweite Versuch, Ordnung in das Steckerchaos zu bringen: Ab 2017 müssen alle Handys mit einem einheitlichen Ladegerät kompatibel sein. Das hat der Bundesrat auf Grundlage einer entsprechenden EU-Verordnung beschlossen.
Schon 2011 hätten eigentlich in der EU und der Schweiz nur noch Handys mit demselben Steckeranschluss vertrieben werden sollen. Damals ging die Initiative von den Herstellern aus, die einer staatlichen Regulierung zuvorkommen wollten. Als Standard wurde damals Micro USB bestimmt. Allerdings haben einige der zehn Unternehmen, die eine entsprechende Vereinbarung damals unterstützt haben, getrickst. So sieht sich Apple etwa als Teil dieses Micro-USB-Konsortiums, weil es für seine Lightning-Stecker einen passenden Adapter anbietet.
Apple begründet seinen Alleingang damit, dass Micro USB nicht genügend Möglichkeiten bietet. So ermöglichen Apples eigene Lösungen etwa das bekannte iPod Out Feature, das es erlaubt, andere Geräte über den iPod bzw. das iPhone zu steuern – oder umgekehrt das iPhone über die Fernbedienung des mit ihm verbundenen Geräts. Eine weitere Funktion aus dem Sortiment Apples ist etwa die Möglichkeit zur HDMI-Ausgabe über Lightning.
Es wird abzuwarten sein, wie Apple auf die Einschränkung reagiert. Denn wie 'Geek.com' erinnert, hat sich Apple bisher auch sonst nicht weiter um europäische Vorschriften geschert. So hat der Apfelkonzern zumindest 2014 noch zweijährige Garantieverlängerungen zu verkaufen versucht – obwohl eben diese Garantiedauer hier ohnehin gesetzlich vorgeschrieben ist.
Die entsprechenden Verordnungen werden in der Schweiz wie in der EU am 13. Juni 2016 in Kraft treten. Nach einer Übergangsfrist von einem Jahr dürfen dann nur noch Handys im Angebot sein, die zu dem einheitlichen Ladegerät kompatibel sind. Was für ein Ladegerät das sein wird, müsse auf europäischer Ebene noch festgelegt werden, sagt Lucio Cocciantelli vom Bakom gegenüber inside-it.ch.
Ein Argument der EU war noch, dass die neue Regelung den Elektromüll reduzieren werde, weil nicht mehr für jedes neue Handy ein Ladekabel angeschafft werden müsse. Bisher hat allerdings noch jeder Hersteller seinen Handys auch Ladekabel beigelegt. (mik)

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