Handys und die "Kultur der Unpünktlichkeit"

3. Juli 2006, 09:52
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Das Gerät, welches das Leben der grossen Massen der Bevölkerung in den Industrieländern in den letzen Jahren am meisten verändert hat, ist wohl das Handy.

Das Gerät, welches das Leben der grossen Massen der Bevölkerung in den Industrieländern in den letzen Jahren am meisten verändert hat, ist wohl das Handy. Wie David Holmes, ein Sozialpsychologe der Manchester Metropolitan University feststellt, haben Handys auch die Umgangsformen verändert: "Durch Mobiltelefone sind viele soziale Tabus gebrochen worden. Die Leute beantworten zum Beispiel Anrufe mitten in einem Gespräch oder telefonieren ungeniert auf der Toilette."
Ein Beleg für Holmes' Feststellung ist eine letzte Woche vom britischen Handy-Direkthändler Dial-a-Phone veröffentlichte Umfrage. Schon länger beklagen die Briten, dass es mit ihrer einst sprichwörtlichen Pünktlichkeit nicht mehr weit her ist. Ein Hauptgrund, so die aktuelle Umfrage, ist das Handy. Die Briten, so die Studie, lassen ihre Bekannten heutzutage im Schnitt fast fünfzig Minuten pro Woche warten. Solange man den Wartenden per Handy oder SMS Bescheid geben könne, sei es aber nicht schlimm, wenn die vereinbarte Zeit nicht ganz eingehalten werde, meinten fast 40 Prozent der Befragten. Mehr als ein Viertel gab zu, dass sie routinemässig zu spät zu Verabredungen aufbrechen, weil man die Wartenden ja von unterwegs benachrichtigen könne.
"Diese Generation betrachtet Zu-Spät-Kommen als Norm und nicht mehr als Faux-Pas", so nochmals Holmes.
Wie es mit der Pünktlichkeit im Geschäftsleben steht, erfragte Dial-a-phone leider nicht speziell. Immer noch rund zehn Prozent der Befragten gaben aber an, auch schon bei Bewerbungsgesprächen zu spät gekommen zu sein. (hjm)

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